Kulturzeit widmet sich: Den Denkern hinter digitalem Autoritarismus
Mainz – In einer dreiteiligen Themenreihe erkundet das 3sat-Magazin "Kulturzeit" den zunehmenden Einfluss von Tech-Ideologien in der US-Politik und fragt, wie Demokratie unter digitalen Vorzeichen erodiert. Im Zentrum stehen die Ideen von René Girard, Curtis Yarvin und Ayn Rand. Die Ausstrahlung läuft ab Montag, 12. Januar 2026, jeweils um 19:20 Uhr sowie jederzeit unter kulturzeit.de.
06.01.26 15:49 Uhr | 11 mal gelesen
Was passiert, wenn Ideologien aus den Köpfen von Exzentrikern ins Silicon Valley gelangen? Die neue "Kulturzeit"-Miniserie schiebt genau diese Frage ins Rampenlicht. Im Brennpunkt stehen René Girard, dessen Theorie zum nachahmenden Begehren die Wurzeln von Konflikten und kollektiven Dynamiken offenlegt; Curtis Yarvin, seines Zeichens Vordenker einer digital gesteuerten 'CEO-Demokratie', und Ayn Rand, deren marktgläubiges Credo Generationen von Tech-Innovatoren prägt. Über die Folgen und Verflechtungen dieser Ansichten sprechen u.a. Aya Jaff, Fred Turner und Cynthia Haven. Besonders brisant: Der in der Serie gezogene Bogen spannt sich bis zur Trump-Regierung – wo technokratische Fantasien und politischer Wandel Hand in Hand gehen. Kombiniert mit weiteren Dokus und Formaten rund um Donald Trump und seine Weggefährten, zeigt 3sat vom 12.–25. Januar 2026 einen dichten Programmschwerpunkt, der nachdenklich macht.
Bleibt die Frage: Wo führt das alles hin – wenn Algorithmen und Unternehmergeist mit demokratischen Prinzipien ringen?
Die dreiteilige 'Kulturzeit'-Reihe auf 3sat nimmt die Rolle von René Girard, Curtis Yarvin und Ayn Rand als Ideengeber des digitalen Autoritarismus unter die Lupe. Laut aktuellen Recherchen beschäftigt sich das Thema aktuell auch international immer wieder: So beleuchtet die Süddeutsche Zeitung etwa in einem Artikel vom 6. Juni die politische Einflussnahme großer Tech-Akteure auf Regierungsapparate weltweit und warnt vor einer schleichenden Erosion demokratischer Legitimation durch privatwirtschaftliche Machtzentren. Zeit Online titelte zuletzt, dass selbst in Europa zunehmend autoritäre Tech-Impulse Wirkung zeigen und vor allem in Wahlprozessen und Diskursräumen markant sind. Zudem betonen Experten aktuell, wie sehr Algorithmen und Ideologie-Memes im politischen Alltag, von den USA bis nach Deutschland, Interventionen befeuern: Nicht selten dienen Technologieriesen als Katalysatoren für Demokratieabbau und geben autokratisch gesinnten Eliten das Rüstzeug zur Manipulation – eine Entwicklung, die auch in jüngsten Publikationen, wie auf The Local und t3n, Sorge bereitet. Die 3sat-Reihe platziert sich somit mitten im Diskurs um die Frage, wie sehr technologische Ideenströme und Internetunternehmen gesellschaftliche Macht verschieben und Demokratien auf die Probe stellen.