Laschet warnt vor militärischer Eskalation zwischen Dänemark und USA wegen Grönland

Armin Laschet, CDU-Politiker und erfahrener Außenpolitiker, plädiert vehement für Diplomatie: Europa dürfe den USA im Streit um Grönland auf keinen Fall militärisch entgegentreten. Ein transatlantischer Konflikt wäre das Ende der NATO, sagt er, und fordert stattdessen kluge Gespräche statt Kriegsandrohungen.

10.01.26 11:59 Uhr | 13 mal gelesen

Die Vorstellung, dass Dänemark sich im Fall einer amerikanischen Annexion Grönlands auf den militärischen Beistand Europas verlassen könne, hält Laschet entschieden für illusorisch. "Die europäischen Staaten können doch nicht allen Ernstes in den Krieg gegen die USA ziehen!", so seine Formulierung – ein Gedanke, bei dem einem fast mulmig werden könnte. Das Weiße Haus verschärft die Rhetorik und schließt sogar explizit ein militärisches Vorgehen Richtung Grönland nicht aus. Die Insel ist mittlerweile ein strategisches Schachbrett – Laschet beobachtet mit Sorge russische und chinesische Aktivitäten, was dem ohnehin komplexen Puzzle eine weitere Dimension verleiht. "Das ist eine Herausforderung, die im Verbund gelöst werden muss. Ohne dass gleich Gebietsansprüche mit Kanonen geklärt werden", mahnt er. Laschet blickt zurück: Auch unter Obama gab es militärische Grenzüberschreitungen – die Tötung Bin Ladens auf fremdem Boden sei zwar ein Bruch des Rechts gewesen, aber damals empfanden es alle Betroffenen als Erleichterung, gesteht Laschet zu. Im Fall Venezuela verteidigt er das verhaltene Agieren der Europäer nach der Entführung von Maduro: "Zu harsche öffentliche Kritik hätte womöglich alles zerstört, was an bisherigen Verhandlungen zur Ukraine noch lief." Manche mögen das zaudernd finden, aber Laschet hält entgegen: Moralischer Furor bringt nichts, wenn zentrale Konflikte wie der Krieg in der Ukraine nur mit amerikanischer Beteiligung zu lösen sind. Ganz ehrlich: Manchmal ist Diplomatie ein Tanz auf rohen Eiern. Aber welche Alternative gäbe es?

Laschet macht deutlich, dass ein militärischer Konflikt zwischen Dänemark und den USA um Grönland eine Katastrophe für die NATO darstellen würde – und damit auch für Europas Sicherheit insgesamt. Seine Sicht ist klar: Europa ist auf Diplomatie angewiesen, denn die militärische Option gegen einen Verbündeten der eigenen Allianz wäre schlichtweg undenkbar und zerstörerisch. Aktuelle Recherchen stützen diese Einschätzung: In jüngsten Berichterstattungen wird Grönlands geostrategische Rolle durch Russlands und Chinas wachsende Präsenz auf dem Nordatlantik zunehmend betont. Die USA behalten sich zwar Optionen vor, doch deren größtes Interesse besteht darin, den Einfluss anderer Mächte zu begrenzen und die Kontrolle über die Arktis zu behaupten. Europäische Regierungschefs tendieren aktuell zu zurückhaltender Kritik gegenüber Washington, um die fragile Einigkeit in der Ukraine-Politik nicht zu gefährden. Insgesamt lautet der Tenor: Ohne Kooperation mit den USA gibt es weder Sicherheit für die Ukraine noch Stabilität in Europa oder der Arktis. Der Handlungsspielraum ist also eng, und politische Rhetorik allein ist kein Garant für Sicherheit. Außerdem: In vielen Diskussionsrunden der letzten Tage wird neben Laschets Standpunkt auch darauf verwiesen, dass Annexionen und militärische Alleingänge von Großmächten erneut weltweit an Akzeptanz verlieren, was an der breiten Ablehnung des russischen Vorgehens in der Ukraine sichtbar war. Dennoch steht Europas politische Führung zwischen den Mühlsteinen – Kompromisse mit den USA sind politisch umstritten, aber nach wie vor alternativlos.

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