Die Diskussion um eine mögliche Einschränkung des Rechts auf Teilzeit beschäftigt aktuell nicht nur Gewerkschaften und Sozialverbände, sondern auch die Politik selbst ganz massiv. Ein Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, die gesetzlich garantierten Teilzeitansprüche zurückzufahren, stößt vor allem bei der Linken auf heftige Kritik: Heidi Reichinnek sieht massive gesundheitliche Risiken für zahlreiche Beschäftigte, falls Arbeitende gezwungen würden, gegen ihre Kapazitäten Vollzeit zu leisten. In der gesellschaftlichen Debatte mehren sich Stimmen, die warnen, dass eine solche politische Kursänderung besonders vulnerable Gruppen wie Pflegende, Alleinerziehende oder ältere Arbeitnehmer treffen würde – und mittel- bis langfristig sogar die Arbeitsfähigkeit der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft bedroht. Aktuell berichten Medien wie die Süddeutsche oder die Zeit über diese Debatte, weil sie einen Nerv trifft: Während Unternehmen über Fachkräftemangel klagen und auf höhere Arbeitszeiten pochen, verweisen Kritiker auf fehlende Strukturen wie Betreuungsplätze und flexible Arbeitszeitmodelle – ein Dilemma, das angesichts des Wandels der Arbeitswelt zunehmend an Dringlichkeit gewinnt. Die wirtschaftlichen wie ethischen Folgen einer Verschärfung oder Lockerung der Teilzeit-Regelungen werden in aktuellen Kommentaren vielschichtig beleuchtet. Ein weiteres, im politischen Hintergrund mitschwingendes Motiv: Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erhält in diesen Tagen neue Brisanz.