Es ist fast schon zum Mantra geworden: Lufthansa betont immer wieder, dass Verbindungen gekappt werden, wo Wirtschaftlichkeit fehlt – ein Abwägen, das nie ganz abgeschlossen ist. Offenbar will man lieber ein schlankes, aber stabiles Netz, statt buchstäblich altmodisch jede mögliche Strecke vorhalten.
Details zu den konkreten Plänen bleiben spärlich. Dieter Vranckx, Vorstand für das Geschäftliche, hält Zahlen lieber im Ungefähren. Nur so viel: die Konsolidierung soll grob bis 2028 durch sein, und bis dahin bleibt für viele Kurzstreckenfans wohl eine gewisse Unsicherheit. Noch ist offen, wie viele kleinere Flughäfen in Deutschland ihren Status als Lufthansa-Standort verlieren könnten.
Trotz allem will man nicht abreißen lassen – zumindest nicht überall. Die wichtigsten Regionen Deutschlands, betont man, sollen auch weiter ans internationale Streckennetz angebunden werden. Allerdings, und das ist der Haken, stehen viele Routen auf dem Prüfstand: Die Kosten laufen davon, gerade im deutschen Markt. Kein Wunder, dass Vranckx ankündigt, dass sich in Europa in den nächsten zehn Jahren noch einiges verschieben wird. Komplex ist das alles allemal, weil gerade die Kurzstrecke in Europa nicht nur für die Lufthansa, sondern für sämtliche Wettbewerber Kopfzerbrechen bereitet.
Lufthansa verschlankt ihr Kurzstreckennetz weiter, um wirtschaftlicher zu werden. Im Zentrum steht eine hohe Flugdichte für wichtige Wirtschaftsregionen, doch nicht jeder Regionalflughafen wird gehalten werden können. Die Kostensituation und der Wettbewerbsdruck, gerade innerhalb Europas, machen der Airline zu schaffen und zwingen sie, das Streckennetz bis spätestens 2028 deutlich zu konsolidieren.
In den letzten 48 Stunden wurde gemeldet, dass Lufthansa unter massivem Konkurrenzdruck von Billigfliegern wie Ryanair und EasyJet steht sowie steigenden Kosten für Personal und Flughafengebühren – besonders in Deutschland. Auch regulatorische Änderungen, wie strengere Klimaschutzmaßnahmen oder mögliche Kraftstoffbesteuerungen, erhöhen den Druck, die oft unrentablen Kurzstrecken massiv zu überdenken. Marktbeobachter erwarten, dass ähnlich wie Lufthansa auch andere große Airlines ihre Netzwerke stärker bündeln und noch stärker auf profitable Langstrecke und Zubringerfunktionen setzen werden.