Mercedes verschiebt Ausbau seiner US-Fertigung erneut

Mitten im schwelenden Zollstreit verschiebt Mercedes-Benz die geplante Produktionsausweitung in den USA auf einen späteren Zeitpunkt – Priorität hat nun ein kommendes Modell des GLC.

20.01.26 11:01 Uhr | 5 mal gelesen

Eigentlich hatte Mercedes-Benz große Pläne: Der GLC, eines ihrer wichtigsten SUV-Modelle, sollte bereits 2025 im amerikanischen Werk Tuscaloosa anlaufen. Doch jetzt verschiebt sich der Plan. Ola Källenius, Chef von Mercedes, verriet gegenüber dem 'Handelsblatt', dass es wohl doch "etwas später als 2027" wird, bis der neue GLC in Alabama vom Band rollt. Interessant ist, dass man nicht die aktuelle GLC-Variante für die Staaten auswählt, sondern deren Nachfolger – ein Wendemanöver, das bei genauerem Hinsehen durchaus Sinn macht. Wer will schon in ein auslaufendes Modell investieren, wenn alle Zeichen auf Zukunft stehen? Trotzdem bleibt die deutsche Produktion des SUVs unangetastet. Es klingt beinahe so, als baut Mercedes seine Präsenz einfach weiter aus, statt in heimischen Werken etwas aufzugeben. Ganz nebenbei, und das ist ein erstaunlicher Punkt, betont Mercedes, man sei hier keinesfalls Getriebener politischer Nervenkrisen (Stichwort: Zollstreit), sondern handle strategisch und langfristig. Källenius sagt dazu fast gelassen, Investitionen seien das Gegenteil von Schnellschüssen.

Mercedes-Benz schiebt die geplante US-Produktion des Nachfolgers des GLC-Modells auf – statt wie zunächst angedacht schon 2025, wird das neue Modell nun erst frühestens 2027 in Tuscaloosa hergestellt. Der Autobauer will mit dieser Maßnahme vor allem von einem erwarteten Nachfrageschub für das neue Modell profitieren, wobei die bestehende Produktion in Deutschland nicht betroffen ist. Bemerkenswert ist, dass Mercedes seine Entscheidung als unabhängige, strategische Weichenstellung bezeichnet und betont, man reagiere damit nicht kurzfristig auf die unsicheren politischen Rahmenbedingungen oder etwaige Zölle. Aktuelle Medien betonen, dass der US-Markt für viele deutsche Hersteller weiterhin enorm wichtig bleibt, da Absatz und Markenpräsenz in Nordamerika trotz geopolitischer Spannungen ausgebaut werden sollen. Auch angesichts verschärfter US-Industriepolitik und Subventionen für E-Autos ringen Autobauer um Anpassungen – Mercedes sieht sich demnach gezwungen, vorausschauend und flexibel im internationalen Wettbewerb zu agieren. In den letzten Tagen berichteten verschiedene Nachrichtendienste außerdem über steigende Zulassungszahlen deutscher Premiumfahrzeuge in den USA trotz der anhaltenden Handelsunsicherheit.

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