ZEW-Konjunkturklima im Aufwind: Analysten blicken optimistischer auf 2026

Zu Beginn des Jahres 2026 zeigen sich deutsche Finanzprofis erstaunlich zuversichtlich – das legt der neueste Bericht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung nahe.

20.01.26 11:23 Uhr | 9 mal gelesen

Der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen schießt im Januar um satte 13,8 Punkte nach oben und erreicht damit 59,6 Zähler, wie das Leibniz-Zentrum am Dienstag mitteilte. Auch beim Blick auf die gegenwärtige Wirtschaftslage bröckelt ein Stück Pessimismus: Das Lagebarometer klettert auf minus 72,7 Punkte – immer noch klar im negativen Bereich, aber immerhin eine Verbesserung um 8,3 Punkte zum Dezember. Interessant: Obwohl US-Präsident Trump zuletzt wieder mit neuen Zöllen droht, melden viele exportlastige Industriezweige plötzlich mehr Hoffnung als zuvor. Gerade der Maschinenbau (+22,7), die Stahl- und Metallindustrie (+18,2) und die Autobranche, die wenigstens auf ein kleines Minus (-5,5 Punkte) kommt, schnuppern Morgenluft. Die Elektrobranche sowie Chemie & Pharma ziehen ebenfalls an. Diese Entwicklung passt zu den guten Zahlen der Industrieproduktion für November und einem überraschenden Anstieg der Auftragslage. Außerdem könnte das neu ausgehandelte Mercosur-Abkommen den Exporteuren Mut machen. Ein Unsicherheitsfaktor aber bleibt: Washingtons wechselhafte Handelspolitik, die weiterhin wie ein Damoklesschwert über Deutschlands Exportgeschäft hängt. Auch im Euro-Raum steigen die Erwartungen merklich: plus 40,8 Punkte – das sind 7,1 mehr als noch im Vormonat – und bei der aktuellen Lage gibt es ein ähnliches kleines Plus. ZEW-Präsident Achim Wambach meint, 2026 könnte der Wendepunkt sein, mahnt aber zur Vorsicht: Es gelte weiter an Deutschlands Attraktivität als Wirtschaftsstandort zu arbeiten, wenn man nachhaltiges Wachstum sichern wolle.

Die Quotensprünge bei den Geschäftserwartungen des ZEW spiegeln einen wiedergewonnenen Optimismus der deutschen Finanzbranche wider – trotz geopolitischer Turbulenzen, wie der Kontrollverlust über Zölle durch die USA. Besonders bemerkenswert: Die exportorientierten Industrien profitieren von der verbesserten Auftragslage und möglichen Handelserleichterungen durch das Mercosur-Abkommen. Experten loben die aktuellen Trends, warnen jedoch vor möglichen Rückschlägen durch äußere Unsicherheiten, wie fehlende Planungssicherheit im internationalen Handel und strukturelle Herausforderungen am Standort Deutschland. In aktuellen Medienberichten wird zudem auf die anhaltende Unsicherheit am Arbeitsmarkt verwiesen, die trotz Aufschwungszahlen viele Haushalte vorsichtig gestimmt lässt. Das Thema bleibt präsent, da neben den Erwartungen auch praktische Investitionsentscheidungen und politische Weichenstellungen für die kommenden Monate entscheidend sind.

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