Mittelständler: Die stillen Flexibilitäts-Champions?
Obwohl mehr über E-Auto-Quoten und Großindustrie gesprochen wird, leisten kleine und mittelgroße Firmen einen wesentlichen Beitrag zur Balance im Stromnetz. Batteriespeicher, gekoppelt an smarte Energiemanagementsysteme wie das von be.storaged, helfen dabei, Stromspitzen praktisch abzufedern – das ergibt im Alltag vielleicht nicht die spannendsten Schlagzeilen, ist aber entscheidend für Netzentlastung und Klimaschutz. Doch Investitionen dieser Größenordnung lohnen sich für Mittelständler nur, solange Planungssicherheit besteht. Der bisherige Atypic-Anreiz regelte das über Jahre – doch mit dem Auslaufen in fünf Jahren rückt eine massive Investitionsbremse in Sichtweite.
„Leider werden oft nur energieintensive Großverbraucher bedacht. Doch ohne einen klugen Nachfolge-Mechanismus riskieren wir, dass der Mittelstand sich zurückzieht. Weniger Investitionen in flexible Speicher: Das bremst die Energiewende nicht nur, sondern macht sie insgesamt teurer“, betont Pielke überraschend deutlich.
Was jetzt? Planung, nicht Flickschusterei!
Für be.storaged steht fest: Ad-hoc-Beschlüsse reichen nicht. Es braucht einen gesetzlichen Rahmen mit verlässlichen Marktsignalen für dezentrale Flexibilität – keine reinen Zuschüsse, sondern smarte, faire Spielregeln für alle Marktteilnehmer. Jede flexibel verschobene Kilowattstunde, so Pielke, entlastet Netze, reduziert CO2 und sichert Versorgung, auch in unsicheren Zeiten.
be.storaged auf der „smarter E“: Von der grauen Fabrikhalle zum Strom-Akteur
Wer auf der Innovationsmesse in München war, kennt sie: Die be.storaged-Module und das KI-basierte Energiemanagementsystem „okean“. Gezeigt werden Lösungen, mit denen sich sogar kleine Unternehmen in die Steuerung des Stromsystems einbringen – und dabei nicht nur sparen, sondern sogar profitieren. „Unsere Technologie verwandelt Energieverbraucher in aktive Teilnehmer – das macht Mittelständler zum Herzstück der Energiewende“, so Pielke.
Ein kurzer Blick hinter die Kulissen
Die be.storaged GmbH – heute eine Tochter der EWE AG – bietet individuelle und skalierbare Batteriegroßspeicher, gesteuert durch das eigens entwickelte, lernende Energiemanagementsystem okean. Das Unternehmen begleitet Projekte von der Entwicklung bis zum Dauerbetrieb – Wartung inklusive. Seit 2017 stehen so mehrere flexible Speicherprojekte, die Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz verbinden. EWE selbst plant Giga-Investitionen in die Klimawende und setzt auf Innovation statt Stillstand: Über 16 Milliarden Euro sind bis 2030 für Solar, Wind, Wasserstoff und Stromnetze fest eingeplant.
Der Wegfall der atypischen Netznutzungsregelung könnte der Investitionsdynamik bei mittelständischen Firmen schweren Schaden zufügen – neue Lösungen für den Ersatz werden bislang nicht konkretisiert und bedrohen laut Einschätzung von be.storaged insbesondere flexible Speicherprojekte. Kurzfristige politische Debatten bevorzugen meist Großunternehmen, während die Umstellungsbereitschaft des Mittelstands aufgrund regulatorischer Unsicherheiten abnimmt. Eine aktuelle Recherche zeigt: Die politischen Rahmenbedingungen für einen umfassenden Flexibilitätsmarkt sind weiterhin unklar; zahlreiche Branchenexperten mahnen, dass ohne verständliche Nachfolgeregelung neue Stromspeicher, die für Netzstabilität und CO2-Einsparungen unerlässlich sind, ausbleiben könnten. Zudem bleibt der Druck, die Energie-Infrastruktur grundlegend umzubauen, weiter hoch – neben dem Stromspeichermarkt müssen auch Netzausbau, smarte Steuerung und der Zugang zum Regelenergiemarkt dringend verbessert werden. Energieexperten bei TAZ und die neuesten Studien der Deutschen Energie-Agentur (dena) sehen gerade im Mittelstand das größte Potenzial – aber auch die größte Gefahr ungenutzter Flexibilität, falls die Politik nicht rechtzeitig handelt.