Mittelständische Umsätze in Deutschland: Rückgang im Mai – insbesondere Handel, Bau und Industrie betroffen

Im Mai sanken die Umsätze im deutschen Mittelstand im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent – die kurze Wachstumsphase seit Jahresbeginn scheint damit jäh beendet.

vor 41 Minuten | 2 mal gelesen

Neulich veröffentlichte der Datev-Mittelstandsindex, über den die FAZ berichtet hat, dass der deutsche Mittelstand erneut einen Dämpfer hinnehmen musste. Das zaghafte Aufbäumen zu Jahresbeginn war augenscheinlich nur ein Strohfeuer – nun, im Mai, fällt der Umsatz im Schnitt 1,4 Prozent niedriger aus als noch zwölf Monate zuvor. Frustrierend ist das vor allem, weil diese Schwäche mittlerweile ins dritte Jahr geht. Robert Mayr, Vorstand von Datev, spricht von anhaltenden strukturellen und konjunkturellen Schwierigkeiten, die quer durch sämtliche Branchen wehen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Handel etwa ging es letzten Monat kräftig bergab, nämlich um 6,5 Prozent – fast schon dramatisch. Auch Baugewerbe (-5,8 Prozent) und Industrie (-4,2 Prozent) sind weiter auf Talfahrt. Einziger Lichtblick: das Gastgewerbe, das um zwei Prozent zulegte. Möglicherweise liegt das an einem zusätzlichen Feiertag, der den Gastronomen in die Karten spielt, gleichzeitig aber den Handelsumsatz drückt. Ein weiteres Problem: Die Beschäftigung stagniert nicht nur, sie geht sogar leicht zurück. Im Vergleich zu Mai 2023 ist die Zahl der Arbeitsplätze erneut um 0,1 Prozent gesunken. Besonders betroffen waren die Branchen, die ohnehin schon mit rückläufigen Umsätzen kämpfen – eine Verkettung aus Herausforderungen, die allen Beteiligten langsam an die Substanz geht.

Der Mittelstand in Deutschland leidet weiter unter rückläufigen Umsätzen. Der aktuelle Datev-Report zeigt, dass sich die Schwäche nun bereits über drei Jahre hinzieht, mit erheblichen Einbußen vor allem im Handel, Bauwesen und der Industrie. Auch die Beschäftigung beginnt zu schrumpfen – eine Tendenz, die Volkswirte und Branchenverbände zunehmend alarmiert. Viele Experten erkennen mittlerweile strukturelle Ursachen: Der Mittelstand kämpft nicht nur mit der schwachen Konjunktur im Inland, sondern auch mit gedämpfter Exportnachfrage und steigenden Kosten etwa für Energie oder Finanzierung. Hinzu kommen Unsicherheiten infolge internationaler Konflikte, Lieferengpässen sowie der schleppenden Digitalisierung, an der viele Betriebe nach wie vor knapsen. Laut aktuellen Medienberichten (u.a. von FAZ und Handelsblatt) drohen die Wachstumskräfte des Mittelstands weiter zu erlahmen, wenn keine politischen und wirtschaftspolitischen Impulse folgen. Gleichzeitig gibt es punktuelle Lichtblicke, etwa im Gastgewerbe oder bei einzelnen, innovativen Unternehmen, doch insgesamt steuert der Mittelstand auf schwierige Monate zu.

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