Öffentlich-rechtliche Sender einigen sich: Leitplanken für KI im Rundfunkalltag
Frankfurt/Mainz/Berlin – ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle haben einen gemeinsamen Kodex zur Nutzung Künstlicher Intelligenz beschlossen. Ziel dieses Grundsatzpapiers ist es, die Chancen von KI im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags zu nutzen, ohne Werte wie Transparenz oder Verantwortung zu opfern.
heute 14:33 Uhr | 3 mal gelesen
Bild: ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle verabschieden / gemeinsamen KI-Kodex / Transparenter Einsatz von Künstlicher Intelligenz presseportal.de
Es steckt schon ein Stück Ironie darin: Gerade in Zeiten pausenloser Debatten über Lügenpresse und Fake-News verpflichten sich Deutschlands führende öffentlich-rechtliche Medien auf verbindliche KI-Spielregeln. Das Herzstück bleibt dabei der sogenannte „Human in the Loop“-Gedanke – Mensch als Wächter, vor und hinter dem Algorithmus. Egal, wie clever das System auch operiert, die Redaktion trägt weiterhin die inhaltliche Verantwortung. Weitere Pfeiler sind die konsequente Auszeichnung maschinell erzeugter Inhalte sowie ein hoher Datenschutz. Spannenderweise hat man auch Klimaschutz auf dem Schirm und schreibt Energieeffizienz für den Einsatz von KI fest. Die Anstalten setzen aber nicht nur auf eigene Stärke: Sie planen einen regen Austausch von Know-how, Projekte und Erfahrungen – was vielleicht den Alltag ein Stück weit pragmatischer und weniger elitär macht. Den Originaltext des Kodex findet man bei der ARD: https://www.ard.de/die-ard/presse-und-kontakt/ard-pressemeldungen/2026/KI-Kodex-100.pdf.
Im Juni 2024 einigten sich ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle auf einen Kodex, der die Nutzung Künstlicher Intelligenz transparent und verantwortungsvoll gestalten soll. Der Fokus liegt auf der menschlichen Kontrolle über KI-Ergebnisse, klarer Kennzeichnung automatisierter Inhalte und einem verantwortungsvollen Umgang mit Daten, was auch Datenschutz und Energieverbrauch umfasst. Aus Recherchen nach neuesten Entwicklungen im Bereich KI und Medienlandschaft ergibt sich, dass Debatten um vertrauenswürdigen KI-Einsatz zunehmen und andere europäische Medienhäuser ähnliche Prinzipien diskutieren – etwa bezieht sich die FAZ auf zukunftsweisende Ethikkommissionen, während t3n die Herausforderungen von Kennzeichnungspflichten und Regulierung beleuchtet und die Süddeutsche Zeitung jüngst über die ersten praktischen Erfahrungen mit gekennzeichneten KI-Artikeln berichtet. Diese Diskussion ist nicht statisch, sondern bleibt lebendig und geprägt von Unsicherheiten, Erwartungen – und manchmal überraschenden Umwegen.