Die Podcastfolge rückt die Widersprüche der kaiserlichen Schutztruppe ins Licht – angeblicher Schutz für wen eigentlich? Historiker analysieren, wie das Militär nicht nur Sicherheit versprach, sondern vor allem Repression für die lokale Bevölkerung bedeutete. Die Diskussion macht klar: Ohne die gewaltsamen Strukturen der Schutztruppe wäre das deutsche Kolonialprojekt nicht so lange aufrechterhalten worden. Interessant ist zudem, dass aktuelle Forschungen (u. a. von Jürgen Zimmerer, Universität Hamburg) immer deutlicher aufzeigen, wie eng sogenannte "Ordnungsmaßnahmen" der damaligen Truppe mit schwersten Menschenrechtsverletzungen und der Vernichtung indigener Kulturen verknüpft waren. Gerade der Genozid an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika gilt heute als warnendes Beispiel dafür, wie Sprache („Schutz“) und Realität (Gewalt, Vertreibung) auf tragische Weise auseinanderklaffen. Der Podcast fügt sich somit in ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein ein, das mit Denkmalstürzen, Museumsdebatten und Forderungen nach Restitution immer deutlicher nach Aufklärung und Gerechtigkeit ruft.
heute 16:05 Uhr