„Mit dem BSW ist nichts mehr anzufangen“, platzt es aus Robert Crumbach heraus, wie er dem SPIEGEL berichtet. „Nicht einmal als Opposition taugt die Partei – jeglicher Wille zur Mitgestaltung ist dahin. Immer nur meckern bringt eben auch in der Opposition niemanden weiter.“ Er blickt zurück: Bei ihrer Gründung sei die Bewegung laut Crumbach noch voller Pläne gewesen, insbesondere für Gesundheit und Bildung. Menschen mit Politikmüdigkeit habe man damals einen Hoffnungsschimmer geboten. Heute, so Crumbach, gehe es der Partei nur noch ums Draufhauen. Und dann ist da noch: Wagenknechts Auftritte, die oft zu weit gingen. Zum Beispiel, als sie nach Ablehnung einer Neuauszählung der Bundestagswahl das Parlament als 'Demokratieverächter' bezeichnete. Crumbach findet: „So spricht man nicht – eine Grenze wurde überschritten.“ Stattdessen sieht er das Bundesverfassungsgericht am Zuge und betont: „Wir leben in einem Rechtsstaat. Es verbietet sich, das zu unterstellen.“ Dass ihm nun von ehemaligen Mitstreitern Verrat vorgeworfen wird? Überrascht ihn nicht. Interne Attacken seien sonst häufig aggressiver gewesen. „Viele in der Partei unterstellen einfach jedem üble Motive – vermutlich, weil sie selbst so denken.“ Ein bisschen lässt er dabei durchblicken: Die Partei hat etwas Naives verloren – und das Vermissen merkt man.
Crumbach kehrt der Partei BSW den Rücken und spart nicht an Vorwürfen: Für ihn fehlt die frühere Gestaltungsbereitschaft, und das Klima ist vergiftet. An Wagenknechts Rhetorik und ihrer Grenzüberschreitung entzündet sich seine schärfste Kritik; demokratische Institutionen sollten geachtet werden, so Crumbach, der den Rechtsstaatsgedanken betont. Der Bruch steht für den tiefen Graben und Wandel in der Partei – begleitet von wechselseitigem Misstrauen und einer allgemeinen Enttäuschung über einen verloren gegangenen konstruktiven Geist.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass das BSW landes- und bundesweit hitzig diskutiert wird: Neuesten Medienberichten zufolge erschüttert der innerparteiliche Streit das Vertrauen potenzieller Wähler, und die Führungspolitik steht auch bei anderen Ex-Mitgliedern stark in der Kritik. In Bundestagsdebatten und Kommentaren auf großen Nachrichtenseiten wird das Auseinanderfallen des BSW als Beispiel für die Herausforderungen neuer politischer Bewegungen gesehen; viele frühere Unterstützer fordern mehr Sachorientierung und Dialogbereitschaft. Der beginnende Wahlkampf in Ostdeutschland steigert die Brisanz, während Sorgen um Populismus, extreme Rhetorik und das Abgleiten in konfrontative Lagerbildung sichtbar wachsen.