Mitten in aufgeregter Stimmung und Protestlärm kündigte Vucic vor Supportern in Belgrad an, nur noch „einige Wochen“ im Amt bleiben zu wollen und dann den Hut zu nehmen. Allzu konkret wurde der Mann zwar nicht – wie so oft –, aber im Hintergrund geht das politische Rätselraten weiter: Alles läuft darauf hinaus, dass vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen folgen könnten, schneller als viele dachten. Vucic, der fast wie ein alter Bekannter das politische Bild Serbiens prägt – immerhin schon seit einem Dutzend Jahren, erst als Premier, dann als Präsident – scheint auf die seit Wochen brodelnden studentischen Proteste und die Vorwürfe von fahrlässigem Regierungshandeln zu reagieren. Der tragische Bahnhofsvorfall in Novi Sad mit 16 Toten – dieser November-Schock – hat der ohnehin aufgeheizten Stimmung einen neuen Schub gegeben: Misswirtschaft, Korruption, fehlende Kontrollen, so die Vorwürfe von Oppositionsseite. Vucics zweites und offiziell letztes Mandat hätte eigentlich bis 2027 durchlaufen sollen, aber jetzt wird spekuliert: Zieht er sich nur scheinbar zurück, um als starker Mann im Parlament wieder aufzutauchen? Als potenzieller Spitzenkandidat der SNS könnte er das Amt des Ministerpräsidenten ins Auge fassen. Einen festen Zeitplan für Rücktritt oder Wahlauflösung? Fehlanzeige. Ungewissheit bleibt – und irgendwie passt das zu dieser Ära.
Vucic kündigte unerwartet an, das Präsidentschaftsamt in wenigen Wochen räumen zu wollen, jedoch bleibt er voraussichtlich in zentraler politischer Funktion aktiv. Massive Proteste gegen Korruption, die von Studierenden nach dem tödlichen Bahnhofsunfall in Novi Sad initiiert wurden, setzen seine Regierung zunehmend unter Druck. Offiziell nannte Vucic weder ein genaues Rücktrittsdatum noch Wahltermine; gleichzeitig deutet alles darauf hin, dass er selbst nach seinem Rückzug noch prominent im politischen Geschäft mitmischen wird und vermutlich als Spitzenkandidat der regierenden SNS bei baldigen Neuwahlen antritt.
ZUSÄTZLICHE INFOS (Stand heute, aus mehreren Quellen):
In den letzten 48 Stunden berichten Medien wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ausführlich über die Demonstrationen in Belgrad und anderen serbischen Städten. Die Protestierenden fordern nicht nur Vucics Rücktritt, sondern auch Neuwahlen unter fairen Bedingungen und kritisieren die enge Verflechtung zwischen Regierung und bestimmten Medien. Internationale Beobachter weisen zudem auf die Bedeutung der Stabilität in der Region und den Umgang der EU mit möglichen Neuwahlen hin.