Schwimmen ist viel mehr als Planschen oder Herumtreiben auf der Luftmatratze. Das betont auch Christian Landsberg, der als Chef des Bundesverbands zur Förderung der Schwimmausbildung weiß, wovon er spricht: 'Sicher schwimmen zu lernen bedeutet, sich nicht nur über Wasser zu halten, sondern tatsächlich stressfrei längere Strecken zu schaffen und im Zweifel zu wissen, was zu tun ist.' Viele unterschätzen diese Fähigkeit, obwohl sie im Notfall entscheidend sein kann.
Das Schwimmabzeichen in Bronze gilt mittlerweile als das Mindestmaß, um halbwegs sicher im Wasser unterwegs zu sein. Silber und Gold setzen noch einen drauf – anspruchsvollere Distanzen, Tauchübungen, neue Techniken und Notfallwissen werden gefordert. Wer das Seepferdchen macht, steht meistens noch am Anfang dieser Reise. Doch genau dafür gibt es die bundesweite Aktion: Ob jung oder alt, jeder sollte wissen, wie er im Wasser tatsächlich dasteht.
Hinter den Schwimmabzeichentagen steckt eine Koalition an erfahrenen Partnern: lokale Vereine, der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister, DLRG und Wasserwacht, der Deutsche Schwimm-Verband und mehr. Sie alle investieren viel Zeit – nicht nur in die Organisation, sondern auch in die praktische Ausbildung. Viele Bäder ziehen mit, sodass deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen entstehen.
Termine und Infos zur Aktion
Näheres und eine Übersicht aller Veranstaltungen gibt’s unter www.schwimmabzeichentage.de. Dort kann jeder auf der Karte nach Angeboten in der eigenen Stadt stöbern und erfährt auch gleich, was er für die verschiedenen Abzeichen draufhaben muss. Letztes Jahr lagen über 16.000 erfolgreich bestandene Abzeichen auf den Tischen der Prüferinnen und Prüfer. Die Initiatoren wünschen sich, dass diesen Sommer möglichst viele Menschen ihre Schwimmkenntnisse auffrischen oder testen – der Spaß ist inklusive und die Sicherheit am Ende Gold wert.
DLRG: Wachen, retten, ausbilden
Die DLRG – vielleicht der bekannteste Lebensretter am Wasser – engagiert sich seit Jahrzehnten mit großem ehrenamtlichen Einsatz. Neben der klassischen Wasserrettung und Präventionsarbeit an Stränden und Seen bringen sie Menschen aller Altersgruppen das Schwimmen bei. Übrigens: Über 50.000 Rettungsschwimmer verbringen jährlich zusammen rund 2,6 Millionen Stunden im Dienst für die Badesicherheit – eine beeindruckende Zahl, wie ich finde. Unterstützt werden sie durch mehr als 1,3 Millionen Förderer, und Schirmherr ist kein Geringerer als Bundespräsident Steinmeier.
Kontakt: Martin Holzhause, Pressestelle DLRG, Tel. 05723 955 442, E-Mail: presse@dlrg.de.
Die 'Schwimmabzeichentage' bieten im Juni bundesweit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Plattform, ihre Schwimmfähigkeiten realistisch einzuschätzen und zertifizieren zu lassen. Gerade nach den Einschränkungen der Pandemie ist die Notwendigkeit gestiegen, verloren gegangene Schwimmkenntnisse aufzufrischen – laut DLRG fehlen mittlerweile zigtausenden Kindern grundlegende Schwimmfertigkeiten, was deutschlandweit für alarmierende Unfallzahlen sorgt. Die Aktion will nicht nur Spaß bieten, sondern auch für das wachsende Problem fehlender Wasserkompetenz sensibilisieren und langfristig ein gemeinsames Sicherheitsbewusstsein in den Familien schaffen. Zugleich berichteten Medien in den letzten Tagen verstärkt über die steigende Bedeutung von Schwimmausbildung: So tauchen etwa Kritiken an der schlechten Ausstattung vieler Hallenbäder und dem Mangel an Schwimmkursen auf, auch wird auf Landesebene über verschiedene Initiativen debattiert, um das Schwimmen insbesondere in Grundschulen zu verstärken. Ein weiteres Thema sind ehrenamtliche Engpässe bei der DLRG, die vor allem ländliche Regionen betreffen. Verschiedene Gemeinden kämpfen damit, prüfende Ehrenamtliche und geeignete Wasserflächen bereitzustellen, während die Nachfrage nach Kursen und Abzeichen weiterhin steigt.