Seoul will mit Vier-Länder-Gesprächen neuen Frieden schaffen

Südkoreas Vereinigungsminister denkt über ein neues Gesprächsformat nach: Gemeinsam mit Nordkorea, den USA und China könnte auf der koreanischen Halbinsel ein dauerhafter Frieden angestoßen werden.

heute 08:00 Uhr | 4 mal gelesen

Auf einer Konferenz in der Mongolei überraschte der südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong-young mit einem Vorschlag: Friedensgespräche zu viert, also mit Nord- und Südkorea sowie den Großmächten USA und China. Hintergrund: Das Verhältnis zwischen Nord und Süd bleibt angespannt, wie eine schlecht rasiert bleibende Wange – nichts wird richtig glatt. Chung glaubt, so ein Dialog könne Vertrauen stärken, das bereits vielfach in der Vergangenheit auf dem Spiel stand. Perspektivisch sieht er sogar noch mehr internationale Mitspieler, unter anderem Mongolei, Japan und Russland. Die Idee? Nur wenn Vertrauen, ein formeller Friedensmechanismus und intensiver Austausch Hand in Hand gehen, wäre tatsächlich eine neue Friedenslandschaft denkbar – klingt groß, ist es vielleicht auch. Als Startpunkt könnte ausgerechnet die Greater Tumen Initiative dienen, ein Kooperationsprojekt in einer ansonsten meist vergessen wirkenden Grenzregion. Spannend: Chung regt konkret Projekte wie die Zusammenarbeit auf arktischer Schifffahrtsroute oder gar eine Schnellzugverbindung zwischen Seoul und Peking an. Pjöngjang möge doch bitte wieder miteinsteigen – Nordkorea könnte besonders profitieren. Der derzeitige Präsident Lee Jae-myung verfolgt einen Entspannungskurs, der nicht auf Wiedervereinigung, sondern auf friedliches Nebeneinander setzt. Ambitioniert? Sicher. Aber manchmal muss man wohl groß träumen, damit sich überhaupt etwas bewegt.

Südkoreas Vereinigungsminister will mit einem Vierer-Treffen aus Süd- und Nordkorea, den USA sowie China das Eis im Korea-Konflikt brechen – zumindest ist das die Hoffnung. Die Besonderheit: Anders als frühere Ideen liegt der Fokus auf stabilem Nebeneinander, nicht gleich auf Wiedervereinigung. In den letzten Wochen hat sich die Dynamik auf der koreanischen Halbinsel verschärft, mit wiederholten Raketentests aus Nordkorea und schärferer Rhetorik auf beiden Seiten. Paris-Analysten sehen deshalb multilaterale Gespräche als gerade dringend und erwähnen häufig die Rolle Chinas als Vermittler. Dazu kamen jüngst etwa neue Vorschläge für wirtschaftliche Verflechtungen – etwa Infrastrukturbau im Rahmen der Greater Tumen Initiative oder gemeinsame Logistikprojekte, die allerdings an politischen Hürden und dem Misstrauen der Akteure scheitern könnten. International wächst das Interesse an einer Deeskalation, nicht zuletzt weil ein regionaler Flächenbrand direkte Auswirkungen auch auf Europa und globale Lieferketten hätte.

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