Sorge um Grönlands Rohstoffe: Schneider kritisiert US-Pläne

Carsten Schneider, Bundesumweltminister, warnt angesichts neuer Machtspiele rund um fossile Ressourcen vor einer Ausbeutung unerschlossener Regionen wie Grönland.

10.01.26 12:47 Uhr | 7 mal gelesen

Es ist schon bemerkenswert, manchmal auch beunruhigend, wie sich geopolitische Interessen plötzlich auf entlegene Gegenden der Welt richten – Grönland etwa, das bisher irgendwie am Rand lag. Carsten Schneider bringt das ziemlich klar auf den Punkt: Die amerikanischen Fantasien, sich einfach Grönland anzueignen, lassen ihn an „dunkle Zeiten“ des Imperialismus denken, was ehrlich gesagt kein gutes Gefühl macht. Da schwingt viel Sorge mit, auch so ein bisschen Ratlosigkeit, ob die europäischen Staaten dem Ganzen wirklich genug entgegensetzen können – wobei, laut Schneider, ja schon erste Schritte gemacht werden. Es ist verrückt: In einer Zeit, in der eigentlich jeder weiß, wie sehr fossile Ressourcen unser Klima und unsere Beziehungen vergiften, nehmen weltpolitische Muskelflexereien rund um Öl und Gas noch zu. Schneider sagt: Wer es hinkriegt, weniger fossile Brennstoffe zu brauchen und statt auf Import lieber auf Recycling und erneuerbare Energien setzt, ist heute klar im Vorteil. Es geht dabei längst nicht mehr nur um Umweltfragen, sondern auch um Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit. Ich frage mich manchmal, ob es nicht schon zu spät ist, um den Kurs noch nachhaltig zu ändern, aber Hoffnung darf man ja trotzdem haben.

Bundesumweltminister Schneider positioniert sich ungewöhnlich deutlich gegen die US-Absichten einer möglichen Annexion Grönlands und sieht darin Anzeichen alter imperialistischer Muster. Seine Mahnung: Europa muss sich verstärkt gegen Rohstoffabhängigkeiten wappnen, sonst drohen neue Abhängigkeiten – gerade im Hinblick auf Öl und Gas. Recycling und der Ausbau erneuerbarer Energien kommen dabei für ihn einer Art Schutzschild gleich. Aktuelle Recherchen zeigen, dass Grönlands Bodenschätze – darunter seltene Erden – zunehmend Begehrlichkeiten wecken, wobei sowohl wirtschaftliche als auch umweltbezogene Risiken auftreten. Auch Chinas wachsendes Interesse an Grönlands Ressourcen sorgt aktuell für Spannungen im geopolitischen Kontext, wie verschiedene Nachrichtenseiten berichten. Die Debatte wird zudem durch die aktuellen Entwicklungen in der NATO verstärkt, da Grönland auch strategisch an Bedeutung gewinnt (basierend auf Informationen aus taz.de, spiegel.de, faz.net und anderen).

Schlagwort aus diesem Artikel