Die Störche aus Nordrhein-Westfalen, die jetzt gerade eigentlich den Frühling im Sinn hätten, stecken zum Teil noch im Süden Europas fest – besonders in Spanien, wo die Vogelgrippe wütet. Krischer, selbst ein leidenschaftlicher Naturschutzbefürworter, berichtete dem Kölner Stadt-Anzeiger von alarmierenden Bildern und seiner Hoffnung, dass so viele Störche wie möglich zurückkehren. Ich finde, da wird einem direkt die Verletzlichkeit dieser Tiere bewusst – man freut sich jedes Jahr, wenn sie zurück sind, und dann reichen ein paar Fieberschübe im Süden, und alles steht wieder auf der Kippe. Auch der NABU schlägt Alarm: Aus der Gegend um Madrid gibt es Berichte von einem tragischen Massensterben unter tierischen Zugvögeln, darunter Hunderte Weißstörche. In einem einzigen Flussabschnitt hat man um die 500 tote Vögel gezählt, laut spanischen Behörden – schuld ist offenbar eine extrem aggressive Form der Vogelgrippe.
Was die Zahlen betrifft: Nordrhein-Westfalen beherbergt mittlerweile rund 800 Weißstorchpaare, außerdem 80 Schwarzstorchpaare – diese waren einmal ganz ausgerottet in der Region. Ein bisschen klingt das nach Erfolgsgeschichte, wenn man zurückblickt: 1990 lebten dort gerade mal drei Weißstorchpaare, vom Schwarzstorch ganz zu schweigen. Vieles wurde seitdem investiert, von Nistplatzprogrammen bis hin zu renaturierten Flussufern. Aber der aktuelle Ausbruch zeigt mal wieder, dass Naturerfolge fragil bleiben – ein einziger Krankheitserreger, und all das Engagement kann von heute auf morgen ins Wanken geraten.
Seit sich die Vogelgrippe im südlichen Europa, insbesondere im Raum Madrid, massiv unter Zugvögeln ausbreitet, wächst in NRW die Sorge um den Erhalt der Storchpopulation. Besonders betroffen sind Weiß- und Schwarzstörche, von denen viele den Winter in gefährdeten Gebieten verbringen. Obwohl sich die Storchenbestände nach harten Rückschlägen wieder erholt hatten, verdeutlichen die Berichte über hunderte tote Störche in Spanien, wie rasch sich ihr Schicksal wieder wenden könnte. Nach aktuellen Recherchen zeigen internationale Experten, dass insbesondere Klimawandel und Verschiebungen der Zugrouten neue Infektionsgefährdungen begünstigen. Das Umweltministerium und Naturschützer sind sich einig, dass mehr Monitoring und europäische Zusammenarbeit nötig sind, um die Vögel zu schützen. Gerade angesichts der Dynamik zoonotischer Viren wie der Vogelgrippe beobachten Forscher zudem mit Sorge, wie Krankheitserreger durch Zugvögel von Land zu Land getragen werden können.