Streikaufruf im Gesundheitssektor: Verdi fordert bessere Bedingungen

Die Gewerkschaft Verdi lädt die Beschäftigten im Gesundheitswesen für Dienstag zum bundesweiten Streik ein. Hintergrund sind die stockenden Tarifgespräche mit den Arbeitgebern, die bislang kein akzeptables Angebot vorgelegt haben.

heute 13:09 Uhr | 3 mal gelesen

An sage und schreibe 22 Universitätskliniken im ganzen Land sollen Mitarbeitende am Dienstag die Arbeit niederlegen – und vielerorts soll der Ausstand auch am Mittwoch anhalten. Parallel dazu planen Beschäftigte in den psychiatrischen Einrichtungen Baden-Württembergs bereits am Montag Protestaktionen. Sylvia Bühler aus dem Verdi-Bundesvorstand kündigte spürbare Einschränkungen in den betroffenen Kliniken an, versicherte jedoch eine Notfallversorgung. Was steckt eigentlich dahinter? Der Hintergrund: Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat sich bei der jüngsten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar, laut Verdi, geweigert, ein konkretes Angebot zu machen. Die Gewerkschaft verlangt sieben Prozent mehr Gehalt – mindestens 300 Euro pro Monat – und für Auszubildende 200 Euro extra sowie die Übernahme nach der Ausbildung. Wer zu ungünstigen Zeiten arbeitet, soll künftig mit 20 Prozent mehr Zuschlag rechnen können, hinzu kommt die Forderung, dass Schichtzulagen auf TVöD-Niveau angehoben werden. Aus Sicht der TdL: alles zu viel. Laut Bühler fühlen sich die Klinikum-Beschäftigten gegenüber Angestellten an kommunalen Krankenhäusern benachteiligt. Die Stimmung? Verständlicherweise gereizt. Gute Bedingungen seien nun einmal der Dreh- und Angelpunkt, um Fachkräfte zu binden. An Rückhalt in den eigenen Reihen scheint es unterdessen nicht zu mangeln – die Bereitschaft, für die eigenen Anliegen zu streiten, ist laut Verdi groß. Man wird in Kürze sehen, wie ernst es den Krankenhausmitarbeitenden damit tatsächlich ist.

Der Verdi-Streik im Gesundheitssektor ist ein Symptom tiefgreifender Probleme: Unterbesetzung, hohe Arbeitslast und schleppende Tarifverhandlungen sorgen seit Langem für Unmut in den Kliniken. Besonders an den Unikliniken herrscht Frust, da Beschäftigte im Vergleich zum kommunalen Dienst schlechter gestellt sind; solidarische Aktionen und Warnstreiks zeigen aber, wie geschlossen das Personal hinter den Forderungen steht. Nach aktuellen Berichten in der 'Süddeutschen Zeitung', auf 'Spiegel Online' und bei der 'FAZ' gibt es auch in anderen Sektoren des öffentlichen Dienstes zunehmend Druck auf Arbeitgeber, wobei ein Mangel an verbindlichen Angeboten als größtes Ärgernis gesehen wird; zeitgleich steigen die Sorgen um die Versorgungssicherheit und einen Kollaps der Arbeitsbelastung im Krankenhauswesen. Hinzu kommt: Laut neuesten Meldungen von 'FAZ' und 'Zeit' haben Gewerkschaften ihre Streikankündigungen in den letzten Tagen sogar verschärft – das dürfte die Verhandlungspositionen noch weiter verhärten.

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