Wenn das Statistische Bundesamt neue Zahlen herausgibt, flattern oft nur Prozent-Angaben durchs Land – doch hinter dem Wachstum 2025 steckt ein bunter Flickenteppich. Zunächst glänzte das erste Halbjahr: Fast vier Prozent mehr Umsatz als 2024, zumindest real, dazu ein überraschender Sondereffekt. Ein großes Unternehmen aus dem Internet- und Versandhandel wurde umstrukturiert, und plötzlich tauchten bisher verschwundene Umsätze in der Statistik auf – ein wenig so, als habe jemand einen Geldschrank gefunden, von dem niemand wusste. Im zweiten Halbjahr dann Ernüchterung: Der Zuwachs ebbte spürbar ab, fast wie ein Sommerregen, der als Niesel endet. Im November ging's sogar leicht bergab – minus 0,6 Prozent real im Vergleich zum Oktober. Dennoch: Im Vergleich zum November des Vorjahrs gab es wieder ein kleines Plus.
Ein bemerkenswerter Rückgang trat bei den Lebensmitteleinzelhändlern auf – dort schrumpften die Einnahmen, sowohl gegenüber Oktober als auch im Jahresvergleich, wenn man die reale Kaufkraft betrachtet. Parallel spielte der Bereich Nicht-Lebensmittel den Optimisten – hier ging's leicht aufwärts. Besonders kräftig zog wieder der Onlinehandel an: Bei den Versand- und Internet-Händlern wuchsen die Umsätze um satte 5,9 Prozent real im Jahresvergleich. Aber selbst in dieser Bilanz stecken noch Details, die nicht ins Rampenlicht drängen – etwa die Revisionen, die aufgrund eines neuen Stichprobenverfahrens teils größere Ausschläge verursachten. Eigentlich könnte man anmerken: Statistiken erzählen nie die ganze Geschichte, sie geben bestenfalls eine Skizze davon.
Im Jahr 2025 ist der Einzelhandelsumsatz in Deutschland insgesamt gestiegen: real um 2,4 Prozent, nominal um 3,6 Prozent gegenüber 2024. Besonders das erste Halbjahr sorgte wegen einer Umstrukturierung im Internet- und Versandhandel für ein deutliches Umsatzplus; im zweiten Halbjahr beruhigte sich die Lage wieder. Im November zeigte sich, dass Lebensmittelhändler unter Druck standen, während der Onlinehandel weiter florierte – ein Trend, der vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung und verändertes Konsumverhalten angetrieben wird. Hinzu kommt, dass Verbraucher weiterhin preissensibel agieren, häufig zu Sonderangeboten greifen und sich die Inflation spürbar auswirkt – was auch die nominalen Steigerungswerte erklärt. Der Einzelhandel reagiert darauf mit vielfältigen Strategien, von Digitalisierung bis hin zu neuen Konzepten für stationäre Geschäfte, um sowohl online als auch offline konkurrenzfähig zu bleiben.