Bemerkenswert – oder, je nachdem, auch verstörend – wirkt das Muster dabei: Ein Großteil der betroffenen Organisationen ist dem UN-System zuzurechnen und kümmert sich um Angelegenheiten, die von Umweltschutz über Arbeitsbedingungen bis hin zu Migration reichen. Die Trump-Regierung sieht darin offenbar einen Überhang an ideologischer "Wokeness" und Vielfalt. Das US-Außenministerium säbelt mit und argumentiert, die Einrichtungen seien überflüssig, schlecht verwaltet oder kostenintensiv ohne echten Nutzen.
Wer die letzten Monate aufmerksam verfolgt hat, dem überrascht dieses Vorgehen kaum. Die Administration hatte bereits jüngst für Irritationen unter internationalen Partnern gesorgt – etwa mit erhöhter militärischer Präsenz und kaum verhohlenen Drohungen an unterschiedliche Adressaten. Exemplarisch für die neue Abschottungsstrategie der USA: Schon zuvor war das Land demonstrativ aus der UN-Kulturagentur Unesco ausgetreten. Die Wellen, die diese Entscheidungen schlagen, reichen von diplomatischem Stirnrunzeln bis zu handfesten Sorgen um die internationale Zusammenarbeit.
Die Entscheidung der US-Regierung, unter Donald Trump aus 66 internationalen Organisationen auszutreten, markiert einen weiteren Schritt in der Isolation der USA innerhalb der globalen Gemeinschaft. Besonders heftig wird dies im Bereich Klimapolitik und Menschenrechte kritisiert: Mit dem Rückzug beraubt sich das Land vieler Stimmen in entscheidenden Diskursen, zum Beispiel über globale Migration, Arbeitsnormen und Entwicklungsfragen. Kritiker befürchten, dass neben den symbolischen Effekten auch konkrete Zusammenarbeit in der internationalen Politik leiden wird und sich ein gefährliches Machtvakuum öffnet, das andere Akteure – besonders China oder Russland – zu füllen versuchen. Neuste Entwicklungen zeigen, dass die USA unter Präsident Joe Biden teils schon begonnen haben, diese Rückzüge rückgängig zu machen, wie etwa die Wiederaufnahme in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen. Dennoch hinterließ die Trump-Ära Unsicherheiten und Misstrauen gegenüber der Verlässlichkeit amerikanischer Außenpolitik, die bis heute nachwirken. Im Zuge anhaltender Krisen – von der Klimakatastrophe über den Ukrainekrieg bis hin zu geopolitischen Machtverschiebungen – bleibt die Frage, ob die USA ihren multilateralen Verpflichtungen langfristig wieder gerecht werden und wie internationaler Zusammenhalt jenseits der amerikanischen Politik gewährleistet werden kann.