KI verändert Büroflächen: Deutsche Firmen planen Flächenreduktion

Künstliche Intelligenz beschleunigt den Trend zum Schrumpfen von Büroflächen und könnte die Leerstandsproblematik verschärfen.

08.01.26 07:24 Uhr | 8 mal gelesen

Eigentlich galt das Büro mal als Heiligtum deutscher Arbeitskultur. Doch eine aktuelle Befragung unter mehr als 500 Personalentscheider:innen aus den sieben größten Städten der Republik bringt Bewegung ins Spiel: 44 Prozent rechnen damit, in naher Zukunft immerhin 20 bis 40 Quadratmeter pro Betrieb einzusparen – Stichwort: „smarte Flächennutzung durch KI“ und Homeoffice bleibt kein Pandemie-Ausreißer, sondern wird weiterhin regelmäßig genutzt. Wenn man die Zahlen auf sich wirken lässt: Durchschnittlich erwarten die Führungskräfte, dass fast ein Drittel der Flächen verschwindet. Interessant: Nur rund 30 Prozent setzen noch auf totale Präsenzpflicht. Im Schnitt bleiben die Beschäftigten zu knapp über 70 Prozent im Büro. Das Bundesbauministerium sieht darin eine Chance, den drängenden Wohnungsmangel zu entschärfen – für leerstehende Büros gäbe es neue Nutzungsformen wie Wohnraum. Bundestaatsekretär Sören Bartol betont sogar, dass Umbau gegenüber Abriss aus Klimasicht (CO2-Einsparungen) punktet – und dass ab Sommer extra Förderungen anlaufen. Trotzdem zeigt die Praxis mal wieder ihre eigenen Tücken: Langes Warten auf Genehmigungen und zeitraubende Bürokratie machen die Umwidmung oft unattraktiv. Aygül Özkan vom Zentralen Immobilien Ausschuss bringt es auf den Punkt: Kosten und Papierkram schrecken Bauherr:innen oft ab, auch wenn Potenzial da wäre. Immobilien müssen daher nicht zwingend verschwinden, sondern könnten mit etwas Kreativität als moderne Arbeitsorte ein Revival feiern. Klar ist: Es braucht einen Perspektivwechsel – weg vom reinen Flächen-Quadratmeter, hin zu Lebens- und Raumqualität.

Unterm Strich setzen viele Unternehmen auf weniger klassische Bürofläche, weil KI und flexible Arbeitsmodelle das tägliche Kommen ins Büro in Frage stellen. Das Bauministerium möchte die so entstehenden Leerstände für neue Wohnungen nutzbar machen, was ökologische und soziale Vorteile verspricht. Die große Hürde bleiben allerdings langwierige Verfahren und hohe Umbaukosten, sodass eine Umnutzung bisher oft an der Realität scheitert. Zusätzliche Informationen aus aktuellen Recherchen zeigen, dass der Trend zu hybriden Arbeitsformen anhält: Immer mehr Arbeitgeber setzen auf Mischmodelle aus Homeoffice, mobilen Arbeitsplätzen und flexiblen Arbeitszeiten. Dies hat dazu geführt, dass einige große Immobilienunternehmen bereits mit kreativen Konzepten experimentieren – etwa mit Coworking-Spaces in ehemaligen Büroetagen oder der sogenannten „Mischnutzung“, also die Kombination von Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einem Gebäude. Die Politik erkennt zunehmend den Handlungsbedarf und versucht, durch Förderprogramme und Deregulierungen die Umwandlung und Modernisierung von Bestandsgebäuden attraktiver zu machen. Dennoch warnen Branchenkenner vor einer verfrühten Euphorie: Die tatsächlichen Umwandlungsraten hinken den politischen Ambitionen noch deutlich hinterher.

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