Verteidigungsminister Pistorius plant Rekordzahl an Freiwilligen für neuen Wehrdienst

Boris Pistorius, Chef im Verteidigungsministerium, möchte im laufenden Jahr sage und schreibe 20.000 Menschen für den reformierten freiwilligen Wehrdienst gewinnen – deutlich mehr als bislang.

08.01.26 11:34 Uhr | 11 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist, klingt Pistorius' Plan auf den ersten Blick fast schon kühn: 20.000 Freiwillige noch im ersten Durchgang für den frisch aufgesetzten Wehrdienst? In einem internen Schreiben an die Regierungsparteien gibt sich der Verteidigungsminister trotzdem erstaunlich zuversichtlich. Im Vergleich zum Vorjahr, als lediglich etwas mehr als 12.000 Interessierte beim bisherigen Freiwilligen Wehrdienst mitzogen, wäre das ein echter Sprung nach vorn – das gesteckte Ziel lag damals übrigens schon höher und wurde verfehlt. Mit besseren Verdienstmöglichkeiten und einem modernisierten Konzept soll der Dienst für junge Menschen jetzt deutlich attraktiver werden. "Sinnstiftend und ansprechend" – so stellt sich Pistorius das vor, notiert er in seinem Brief. Obwohl das Konzept grundsätzlich auf Freiwilligkeit baut, steht die Organisation schon bereit: In wenigen Tagen will das Ministerium bereits 18-Jährige direkt anschreiben, ihre Bereitschaft abfragen und aktiv für den Dienst werben. Ob 2027 dann nachgebessert werden muss? Das werde man sich anschauen, sagt Pistorius.

Mit dem neuen freiwilligen Wehrdienst will Verteidigungsminister Pistorius den Nachwuchs für die Bundeswehr begeistern und setzt dabei bewusst auf stärkere finanzielle Anreize und eine attraktivere Gestaltung des Dienstes. Die Zielmarke von 20.000 Freiwilligen ist zwar hoch gegriffen, doch angesichts der sicherheitspolitischen Debatten und des Fachkräftemangels erscheint der Schritt nachvollziehbar. Erste Reaktionen aus den Regierungsfraktionen und der Bundeswehr sind gemischt: Während viele die Modernisierung begrüßen, bleiben skeptische Stimmen bezüglich der Umsetzbarkeit und der tatsächlichen Resonanz unter Jugendlichen laut. Nach Recherche in aktuellen Medienberichten wird deutlich: Die Diskussionen um Wehrpflicht, Nachwuchsmangel und neue Rekrutierungswege prägen derzeit die sicherheitspolitische Agenda. Verschiedene Blätter berichten über teils wachsende Offenheit junger Menschen für einen Dienst bei der Bundeswehr, aber auch über Ängste und Vorbehalte in der Bevölkerung angesichts möglicher Krisenherde. Besonders auffällig ist, dass Wehrdienstthemen aktuell mit gesellschaftlicher Unsicherheit und Fragen nach Sicherheitspolitik verknüpft werden.

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