Manchmal fragt man sich ja: Wer hält den gesellschaftlichen Laden eigentlich noch zusammen? Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage im Auftrag der ChildInvest Foundation glauben heute nur noch 38 Prozent der Menschen, dass der Staat mit öffentlichen Geldern verantwortungsvoll umgeht. Dagegen vertrauen rund 77 Prozent den Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen – das ist mehr als nur ein Randphänomen, sondern ein echtes Signal. Interessant dabei: Unter allen Befragten gelten Vereine, Verbände und Stiftungen für satte 89 Prozent als tragende Säule der Gesellschaft – bei den unter 30-Jährigen sogar für 95 Prozent. Kaum jemand hingegen sieht in Unternehmen oder in den Kirchen eine ähnlich zentrale Rolle.
Claudia Straßer von der ChildInvest Foundation spricht von einer Vertrauenswährung: Nur wer offenlegt, was konkret getan und erreicht wird, darf auf dauerhafte Unterstützung hoffen. Nicht überraschend: Die junge Generation hat nicht nur Idealismus, sondern legt Wert auf Nachvollziehbarkeit, auf einfache Wege zum Mitmachen und auf handfeste Resultate. Fast zwei Drittel der Jüngeren können sich vorstellen, irgendwann selbst für einen guten Zweck zu stiften. Trotzdem gibt es da Wissenslücken: Über die Hälfte der Deutschen kann sich grundsätzlich vorstellen, zu stiften – aber nur wenige wissen, dass das auch ohne eigene Stiftung, etwa über bestehende Fördermodelle, möglich ist.
Ein anderer Punkt, der polarisiert: Zwei Drittel der Befragten denken, dass viele Stiftungen als Steuervehikel dienen. Vor allem Männer und Ältere sind hier skeptisch – ein klarer Hinweis darauf, dass weitere Aufklärung und mehr Transparenz nötig sind. Aber es bleibt festzuhalten: Gemeinnützige Stiftungen unterliegen strengen Vorgaben und leisten nachweislich einen relevanten Beitrag.
Wie misst man eigentlich „Impact“? Die ChildInvest Foundation setzt etwa auf den sogenannten Social Return on Investment (SROI) und macht Ergebnisse wie verbesserte Lebensperspektiven sichtbar. All das basiert auf einer forsa-Umfrage unter 1.524 Teilnehmenden ab 18 Jahren. Kleiner Nachklapp am Rande – viele dieser Details verschwimmen manchmal in der öffentlichen Debatte, daher lohnt eben eine genaue Betrachtung. Und ehrlich gesagt: Wer genauer wissen will, wie das eigene Engagement wirkt, sollte Fragen stellen, nicht bloß Zustimmen.
Die aktuelle repräsentative Befragung, die von forsa für die ChildInvest Foundation durchgeführt wurde, macht deutlich, wie tief das Vertrauen in staatliche Akteure gesunken, dafür aber das Vertrauen in zivilgesellschaftliche Organisationen und Stiftungen gestiegen ist. Besonders ausgeprägt ist die Wertschätzung bei jungen Menschen, die jedoch auch hohe Ansprüche an Transparenz und Nachvollziehbarkeit stellen – hier ist insbesondere der Wunsch nach belegbarer Wirkung und niedrigschwelligen Mitmachmöglichkeiten spürbar. Gleichzeitig existieren massive Wissenslücken über die Möglichkeiten des Stiftens sowie verbreitete Vorbehalte (z.B. Stiftungen als „Steuersparmodell“), was gemeinsame, transparente Kommunikation und Bildungsarbeit erfordert.
In den letzten 48 Stunden berichtete etwa die Süddeutsche Zeitung über die sinkende Zustimmung zur aktuellen Bundesregierung, die mit einem Vertrauensverlust in politische Institutionen und einer neuen Skepsis gegenüber dem Sozialstaat einhergeht (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut der Spiegel Online sorgen gestiegene Erwartungen an gemeinnützige Organisationen dafür, dass sich diese stärker bezüglich Wirkungskontrolle und Transparenz profilieren müssen – auch angesichts des zunehmenden Vorwurfs, zu wenig offen über Mittelverwendung zu informieren (Quelle: Spiegel Online). Die Zeit Online widmete sich unterdessen der Rolle der Zivilgesellschaft und hebt das Engagement junger Menschen hervor; dabei wird betont, dass moderne Stiftungen zunehmend auf Beteiligungsangebote und Nachweisbarkeit setzen, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten (Quelle: Zeit Online).