Wadephul tritt in den USA für gegenseitiges Vertrauen ein

CDU-Politiker Johann Wadephul plant bei seinem bevorstehenden US-Besuch, die jüngsten Spannungen rund um Grönland und die Beziehungen zu den USA in entspanntere Bahnen zu lenken. 'Auch enge Freunde ticken nicht immer gleich', meinte Wadephul am Sonntag kurz vor der Abreise nach Washington und Reykjavik.

heute 13:19 Uhr | 10 mal gelesen

Man dürfe nicht vergessen, dass Streitpunkte nicht das Gesamtbild verzerren sollten. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu, betonte Wadephul, sie müssten jedoch im Dialog geklärt werden – gerade mit Blick auf die gemeinsame Pflicht zu Frieden und Sicherheit. 'Mit genau diesem Ansatz reist ich auch zum Termin mit meinem amerikanischen Kollegen Marco Rubio', sagte er. Besonderes Augenmerk legt Wadephul auf die Sicherheitslage im Nordatlantik: Der Begriff NATO sei nicht nur ein Stempel, er stehe für handfeste Verpflichtungen – besonders angesichts sich zuspitzender Rivalitäten im hohen Norden, erwähnt Wadephul mit Hinblick auf Russland und China. Die Interessen der NATO-Alliierten sowie der Bewohner der Arktisregion, beispielsweise Grönlands, sollten dabei nicht vergessen werden. Seit über achtzig Jahren sorge die regelbasierte internationale Zusammenarbeit – vor allem zwischen Deutschland und den USA – für Stabilität und Wohlstand. Verlässlichkeit sei das Fundament für gegenseitige Sicherheit und erfolgreiche Wirtschaft, so Wadephul. Davon abgesehen müsse Deutschland zu internationalen Regeln und Kooperation klar stehen. 'Deshalb treffe ich nach den Gesprächen in Washington auch UN-Generalsekretär Guterres in New York', fügte der Außenminister noch an. Das klingt nach diplomatischem Marathon – und vielleicht auch ein bisschen Selbstvergewisserung.

Wadephul steht vor einer nicht ganz einfachen Mission: Vertrauensbildung zwischen Berlin und Washington vor dem Hintergrund wiederaufflammender geopolitischer Konflikte – besonders im Nordatlantik und mit Blick auf die Arktis. In der aktuellen Landschaft, in der China und Russland zunehmend ihre Muskeln spielen lassen und die Interessen in der Polarregion wachsen, versucht Deutschland, als ehrlicher Makler und berechenbarer Bündnispartner aufzutreten. Berichte mehrerer Zeitungen unterstreichen die neue Dringlichkeit des Themas, da der NATO-Gipfel naht und gerade um Arktis und Nordatlantik wieder kräftig gerungen wird – übrigens mit Blick auf Klimafolgen, Handelswege und rohstoffreiche Flächen. Wadephuls Gespräch mit Rubio gilt als Signal, die Gesprächskanäle offenzuhalten, auch wenn nicht immer Einigkeit herrscht. Die zunehmende Militarisierung der Region sowie neue Allianzen machen das Gleichgewicht zerbrechlicher, auch politisch. Nach Informationen aus der internationalen Presse spielt darüber hinaus das Verhältnis zu den Vereinten Nationen – ebenfalls angesichts globaler Spannungen – eine größere Rolle. Mindestens geht es um die Verlässlichkeit des westlichen Bündnisses in einer Welt, in der die alte Gewissheit langsam bröckelt. Weitere aktuelle Details aus internationalen Medienverständigen: Seit gestern erklärt die NATO-Führung, bei Fragen der Arktissicherheit stärker gemeinsam agieren zu wollen, unterstreicht jedoch bestehende Interessenkonflikte bei Rohstoff- und Handelsansprüchen. China und Russland seien offiziell als 'Herausforderung' benannt (laut FAZ). Zeitgleich drängt Washington weiterhin auf höhere europäische Verteidigungsausgaben, was gerade in Berlin erneut für Debatten sorgt. Auch thematisieren amerikanische und deutsche Medien zunehmende Desinformationskampagnen in der Nordpolregion, die gezielt Zwietracht unter Bündnismitgliedern säen sollen.

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