Wirtschaftsweiser schlägt Rentenalter-Anpassung an Lebensdauer vor

Gabriel Felbermayr, seit Kurzem Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, plädiert offen dafür, das Rentenalter flexibel an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln. Direkt vor der Veröffentlichung des neuen Rentenberichts brachte er seine Position bei T-Online zur Sprache.

heute 08:49 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn Menschen heute deutlich älter werden als frühere Generationen, wieso dann am starren Rentenalter festhalten? Felbermayr argumentiert: "Wenn wir im Durchschnitt ein Jahr länger leben, sollten wir einen Teil davon dem Erwerbsleben widmen." Nicht wenige Nachbarländer hätten das längst durchgesetzt – und er sieht keinen Grund, weshalb Deutschland hier nicht nachziehen sollte. Schließlich sei das 'nur gerecht und logisch', wie er trocken anmerkt. Apropos Rentenanpassung: Die regelmäßige Erhöhung der Renten sollte, so Felbermayr, künftig nicht mehr wie bisher an die Lohnentwicklung gekoppelt sein – sondern an die Inflation. Im Klartext: Wenn die Preise steigen, gleicht das die Rente aus. Steigen die Löhne stärker, bleibt mehr Geld im System. Klingt erstmal schmal, ist laut Felbermayr aber pragmatisch und fair, schließlich würde so niemand tatsächlich an Kaufkraft verlieren. Was ihn gehörig stört: Die aufgeheizte Debatte um eine Pflichtversicherung für Beamte. Für ihn eher ein Nebelkerzenmanöver. Ernsthafter findet er die Frage, warum in Deutschland so viele Staatsdiener fast selbstverständlich verbeamtet werden – und stellt Österreich als modellhaft heraus: Weniger Beamte, weniger Dualismus. Polizisten? Ja. Lehrer und Professoren? Eher nicht. "Höchste Zeit", so Felbermayr, "in Sachen Staatsdienst umzudenken." Übrigens: Wer schon mal in einem deutschen Amt war, kann das Stimmungsbild vermutlich nachvollziehen.

Gabriel Felbermayr bringt mit seinem Vorschlag frischen Wind in die Rentendebatte: Er regt nicht nur die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung an – eine Praxis, die einige OECD-Staaten bereits übernommen haben –, sondern will zusätzlich die Rentenanpassungen an die Inflation binden, um das Rentensystem nachhaltiger und gerechter zu gestalten. Seine Skepsis gegenüber einer Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rente unterstreicht er mit Kritik am historischen Umfang der Verbeamtung in Deutschland; andere Länder wie Österreich machen hier seit Langem vieles anders. Aus der aktuellen Recherche geht zusätzlich hervor: Die Debatte um das Rentensystem wird angesichts der alternden Bevölkerung und des drohenden Fachkräftemangels auch in Regierungskreisen, bei Gewerkschaften und Sozialverbänden immer lauter geführt – teilweise wird schon vor einer 'Rentenlücke' und möglichen sozialen Spannungen gewarnt. Importiert aus aktuellen Nachrichtenportalen: Die Bundesregierung sucht nach Kompromissen zwischen längeren Erwerbszeiten, angepassten Beitragssätzen und verstärkter Zuwanderung von Arbeitskräften, während kritische Stimmen eine stärkere Parlamentsbeteiligung fordern und auf die Unterschiede zwischen Angestellten- und Beamtenpensionen hinweisen.

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