Wissenschaftlicher Zugang zu Rundfunkdaten: Ausbau durch rufus-Projekt von UB Leipzig, ZDF & Deutschlandradio

Mainz – Die Universitätsbibliothek Leipzig setzt in Zusammenarbeit mit dem ZDF und Deutschlandradio die Entwicklung ihres Online-Portals 'rufus' fort. Dank erneuter Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird die Plattform, die erstmals einen orts- und zeitunabhängigen Zugang zu Metadaten des deutschen Rundfunk-Erbes bietet, weiter ausgebaut. Ziel ist die Erweiterung von Datenbestand, Nutzerfreundlichkeit und Reichweite – jetzt mit den Archiven von ZDF und neuerdings auch Deutschlandradio.

09.07.26 11:23 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist schon eigenartig – man sollte meinen, dass in so einem medienaffinen Land wie Deutschland längst jeder Forschende problemlos Zugriff auf Sendedaten hätte. Aber bis vor Kurzem war die Recherche in Rundfunkarchiven eine Art Geheimwissenschaft: Vor-Ort-Termine, komplizierte Anträge, oftmals zermürbende Telefonate mit Archiven, die ihre Schätze wie Drachen horteten. Seit 2021 arbeitet die Universitätsbibliothek Leipzig mit dem ZDF zusammen, um diese Hürde endgültig abzubauen. 'rufus', das sympathisch nach einem Hund klingt, aber eigentlich ein Suchportal ist, bringt Ordnung und Zugänglichkeit in das Dickicht der deutschen Sendevergangenheit. Mit der Aufnahme von Deutschlandradio als Datenpartner, dessen Archive auch auf Zeiten des RIAS und des Deutschlandfunks zurückgehen, wächst rufus zum echten Schwergewicht der medienhistorischen Forschung. Was dabei nicht unterschätzt werden sollte: Für die Geschichts- und Sozialwissenschaften (und viele andere!) bedeuten diese digitalen, zentral zugänglichen Datensätze einen Quantensprung. Die Vision geht Richtung eines nationalen Medienfindbuchs – kühner Gedanke, ein wenig wie die Bibliothek von Alexandria, nur digital, offen und systematischer sortiert als das berühmte Kartenhaus von Asterix’ römischen Archivaren. Dr. Anne Lipp von der UB Leipzig bringt es auf den Punkt: Audiovisuelle Produktionen reflektieren und formen unseren Alltag, die Politik, das Kulturleben. Wer die Chronik des Rundfunks versteht, taucht tief in die Geschichte der Bundesrepublik. Dass inzwischen auch Jahrbücher, Zeitschriften und sogar von Nutzer*innen Generiertes einbezogen wird – das erweitert den Horizont beachtlich. Noch läuft rufus als Testversion. Aktuell steht ein Datenfundus bereit, der beeindruckt: Rund zwei Millionen Datensätze zu etwa 500.000 Sendungen, hauptsächlich ZDF (ab 1963) und Deutschlandradio. Forschende aus Medien-, Kultur- und Zeitgeschichte können ortsunabhängig suchen, was früher nur im Archiv mit Kaffeetasse und Karteikarten möglich war. Und der Kreis soll größer werden, denkt man an Digital Humanities oder interdisziplinäre Ansätze und das anvisierte Netzwerk der Fachinformationsdienste. Kontaktinformationen für Presseanfragen sind ebenfalls vorhanden, falls Sie sich in den Kaninchenbau der Rundfunkarchive weiter vorwagen möchten.

Das Projekt rufus, getragen von der Universitätsbibliothek Leipzig, dem ZDF und jetzt auch Deutschlandradio, bietet der wissenschaftlichen Community ein modernes Rechercheportal für deutsche Rundfunkarchive, dessen Ausbau mit Hilfe der DFG vorangetrieben wird. Inzwischen sind Millionen Datensätze rund um Sendeverläufe unkompliziert online recherchierbar; diese Entwicklung kommt insbesondere den Geistes- und Sozialwissenschaften zugute, die auf audiovisuelle Primärquellen angewiesen sind. Neu ist, dass mit Deutschlandradio auch wichtige historische Programmdaten aus dem deutsch-deutschen Rundfunk (RIAS, DLF, DDR-Radio) integriert werden – ein echter Gewinn für transdisziplinäre und internationale Forschungsvorhaben. Neuere Entwicklungen zum Thema (Stand: 11.06.2024): Auf taz.de wurde ein Artikel über die Bedeutung frei zugänglicher Mediensammlungen für Demokratie und Wissenschaft veröffentlicht, der betont, wie wichtig barrierefreier Zugang zu Datenbeständen für kritische öffentliche und historische Forschung ist. Die Debatte um Open Science und die Verpflichtung öffentlicher Rundfunkanstalten zur Transparenz steht dabei im Vordergrund (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). Bei deutschland.de wird hervorgehoben, wie Digitalisierungsprojekte im Kulturbereich – darunter auch die Digitalisierung von Rundfunkarchiven – zur Bewahrung des kulturellen Erbes beitragen und innovative Forschungsmethoden fördern. Besonders die Verzahnung von Archiv- und Wissenschaftsbetrieb wird als Zukunftsstrategie diskutiert (Quelle: [deutschland.de](https://www.deutschland.de)). Ein aktueller Beitrag auf spiegel.de geht auf neue digitale Recherchetiefen in öffentlich-rechtlichen Archiven ein, durch die Journalisten, Historiker und Aktivisten erstmals umfassend Sendehistorien nachvollziehen können. Die gesellschaftliche Relevanz wird beleuchtet, besonders im Hinblick auf Desinformationsabwehr und demokratische Teilhabe (Quelle: [spiegel.de](https://www.spiegel.de)).

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