Wenn die Leinwand zum Fenster in andere Welten wird – so kann man das ARTE-Programm im Februar vielleicht am treffendsten umschreiben. Die Berlinale wirft ihren Schatten voraus, dazu Solo-Events rund um Filmkunst, Gesellschaftsfragen, Wissenschaft und Musik. Ab 2. Februar versammelt ARTE zum „Bären-Schwerpunkt“ frische wie ältere Berlinale-Highlights, darunter Preisträger und Weltpremieren der letzten Jahre. Zur gleichen Zeit startet die neue Miniserie 'Im Visier', in der eine junge Schützin zwischen familiärer Loyalität und persönlicher Gefahr laviert. Ab 26.2. geht es mit 'Das Caravaggio-Komplott' auf Spurensuche – eine Journalistin entwirrt ein Netz aus alten Lügen, Kunstraub und Vergangenheitsbewältigung.
In der Rubrik Gesellschaft wird’s fast ironisch-digital: 'Der Algorithmus der Liebe' taucht in die manchmal überraschend lange Geschichte von Partnervermittlung per Technik ein – von den ersten Rechenmaschinen bis zu heutigen Datingapps. Rührend und kritisch gibt sich der Dokumentarfilm 'Ein Pazifist im Krieg. Tagebuch eines ukrainischen Soldaten': Der Hippie und Krishna-Bewunderer Dmytro rutscht in den Krieg und dokumentiert alles. Gänsehaut garantiert, ebenso wie bei 'Gletscher – Schmelzende Riesen', einer Reise an die traurigen Ränder schwindender Gletscher und der Frage, wer das Klima retten soll.
Kulturinteressierte finden mit 'Karambolage Polska' eine witzige wie feinsinnige Annäherung an polnische Eigenheiten. Die Doku 'Paula Modersohn-Becker. Keine Kompromisse' wirft ein Licht auf das keineswegs einfache Leben einer Malerin, die zu Lebzeiten oft missverstanden wurde. Im Wissenschaftssegment wird’s freundschaftlich: 'Freundschaft – eine Superkraft' fragt, ob Verbundenheit ein Mittel gegen die neue Einsamkeit ist. Diskursfreudige sollten 'Agree to Disagree!' nicht übersehen – wissenschaftliche Streitgespräche zu Pharmazie, Digitalthemen oder gesellschaftlichen Fragen gibt’s online.
Last, but never least: ARTE Concert bringt Sade’s Grammy-nominiertes Livekonzert auf den Schirm – samt gefühlvoller Inszenierung von Charles Gounods Oper 'Faust' direkt aus München. Jede*r dürfte im Februar auf ARTE sein eigenes Highlight finden.
Im Februar bietet der Sender ARTE ein facettenreiches Streaming-Angebot: Neben dem 'Bären'-Schwerpunkt zur Berlinale (u.a. mit 13 früheren Wettbewerbsfilmen) stehen neue Serien wie 'Im Visier' und 'Das Caravaggio-Komplott' im Fokus, die sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Abgründe ausloten. Gesellschaftliche und historische Relevanz zeigen Dokus wie 'Der Algorithmus der Liebe', der die Geschichte der digitalen Partnervermittlung erzählt, und 'Ein Pazifist im Krieg', der die Erfahrungen eines ukrainischen Künstlers im aktuellen Konflikt nachzeichnet. Musikfreunde kommen mit Sades Livekonzert sowie der aktuellen Faust-Inszenierung der Bayerischen Staatsoper voll auf ihre Kosten.
Neuere Pressestimmen aus dem Netz zeigen, dass ARTE mit seinem Berlinale-Schwerpunkt einen Nerv trifft, da viele Filmklassiker bereits online gefeiert werden. Bei FAZ wurde das laufende Streaming-Konzept von ARTE lobend erwähnt, da es auch gesellschaftlich brisante Debattenformate (u.a. über KI, Drogenkontroversen) leicht zugänglich macht. Die SZ hebt in ihrer aktuellen Besprechung das Engagement von ARTE für progressiv-weibliche und europäisch-thematische Inhalte hervor, speziell im Doku- und Kunstbereich. Darüber hinaus hebt die Süddeutsche hervor, wie ARTE in aktuellen Dokus wie 'Gletscher – Schmelzende Riesen' den Zusammenhang zwischen Klimawandel, bedrohten Lebensräumen und dem Alltag der Menschen sichtbar macht. Zeit.de lobt die vielfältigen Streaming-Inhalte, die vom Berlinale-Archiv bis zu neuen europäischen Serien reichen, als willkommene Abwechslung im deutschen Medienspektrum.