Bis in den späteren Samstagnachmittag tat sich – erstaunlich ruhig – nichts: Kein Kommentar von Kanzler Friedrich Merz (CDU), kein Ton von Außenminister Johann Wadephul (CDU) zu der dramatischen Entwicklung in Venezuela. Selbst Telefonanrufe ins Bundespresseamt oder Auswärtige Amt verliefen ins Leere – und das mitten am Wochenende. Aus den Medien war schließlich nur eine anonyme Auskunft zu bekommen: Man verfolge die Situation „genau“ und sei „tief besorgt“ – ein Satz, der irgendwie immer zu passen scheint, wenn niemand wirklich weiterweiß. Währenddessen gaben sich die Bundestagsfraktionen nicht so reserviert: Jürgen Hardt (CDU), außenpolitischer Sprecher, sprach vorsichtig von einem „Hoffnungsschimmer“. Gleichzeitig kritisierte sein Kollege Roderich Kiesewetter (CDU) die USA dafür, die „regelbasierte Ordnung“ zu verlassen – das klingt fast nach Frust. Ganz anders die Linkspartei: Die sieht einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht, während die Grünen einen deutlichen Appell in Richtung Bundesregierung richten: Die US-Angriffe dürften nicht durch Schweigen hingenommen werden. Ehrlicherweise: Überraschend ist dieses Meinungsspektrum nicht – und dass auf offizielle Worte oft (zu) lange gewartet werden muss, kennt man inzwischen zur Genüge.
Die Bundesregierung gab, Stunden nach der spektakulären Festnahme Maduros durch die USA, keine offizielle Stellungnahme ab. Aus dem Auswärtigen Amt ist lediglich eine standardisierte, zurückhaltende Formulierung an die Medien gelangt – von einer intensiven Beobachtung und Sorge. Indes zeigen sich die Meinungen im Bundestag gespalten: Während konservative Stimmen vereinzelt Hoffnung auf Wandel sehen, kritisieren andere Fraktionen wie die Linke einen Völkerrechtsbruch, und die Grünen verlangen ein entschiedeneres Signal der Bundesregierung in Richtung Verurteilung – eine bemerkenswerte Dynamik, die sich abseits der offiziellen Regierungsstille im deutschen Politikbetrieb abspielt.
Nach aktueller Recherche äußern sich internationale Beobachter ebenfalls kritisch gegenüber der US-Intervention, wobei die Sorge um eine weitere Destabilisierung der Region überwiegt. Nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen europäischen Hauptstädten herrscht Zurückhaltung, offiziell zu den Geschehnissen Stellung zu beziehen. Manche Experten vermuten, dass Sicherheitsinteressen, die komplizierte Lage vor Ort und eine mögliche Eskalation einer Grund für das langsame und vorsichtige Vorgehen der deutschen Regierung sind.