Deutlicher Rückgang der Erzeugerpreise in der Landwirtschaft im November

Im November 2025 sind die Preise, die Landwirte für ihre Produkte erzielten, gegenüber dem Vormonat merklich um 2,6 Prozent gesunken.

heute 08:53 Uhr | 2 mal gelesen

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte diese Zahlen am Dienstagmorgen – für viele vielleicht keine große Überraschung, aber dennoch ein weiteres Signal für die angespannten Märkte. Gegenüber November 2024 waren die Erzeugerpreise insgesamt um 5,7 Prozent niedriger, nachdem sie im Oktober noch um 1,7 Prozent zurückgegangen waren. In den Herbstmonaten scheint die Preisdynamik also immer deutlicher zu werden – mal steigt, mal fällt etwas, je nach Blickwinkel.

Interessant (und ein wenig verwirrend): Während pflanzliche Agrarprodukte um satte 11,5 Prozent billiger wurden, sind die Preise für tierische Produkte nur um 2,3 Prozent zurückgegangen – und das auch erst zum ersten Mal seit Mai 2024 im Vergleich zum Vorjahr. Auf Monatssicht gehen die beiden Bereiche jedoch in entgegengesetzte Richtungen auseinander: Pflanzenprodukte legten 0,5 Prozent zu, während tierische Produkte um 4,2 Prozent an Wert verloren.

Dass die Kartoffelpreise mit knapp 46 Prozent Jahresminus diesmal besonders ins Auge fallen, wundert mich fast nicht mehr. Marktmechanismen, Wetterkapriolen – vielleicht eine Prise Überschuss an der falschen Stelle? Dennoch: Im Vergleich zum Oktober zogen die Preise für Speisekartoffeln um 7 Prozent an.

Auch Gemüse wurde spürbar günstiger (minus 7,3 Prozent), wobei vor allem Kohlsorten, Tomaten und Eissalat federn lassen mussten. Kaum zu glauben, aber: Champignons und Blumenkohl legten sogar leicht zu. Und bei Obst gab es keine Gegenbewegung – satte 17,7 Prozent weniger als im Vorjahr, davon Tafeläpfel gar ein Fünftel billiger.

Beim Getreide setzte sich der negative Trend fort: 11,6 Prozent Preisrückgang, Handelsgewächse insgesamt minus knapp 4 Prozent. Raps und Futterpflanzen ebenfalls günstiger. Nur Wein tanzt aus der Reihe: 1,8 Prozent teurer als vor Jahresfrist.

Wer nun denkt, die Tierhalter hätten aufgeatmet: Nicht überall. Ja, Rinderpreise sind massiv gestiegen (fast 29 Prozent), und auch Geflügel war teurer. Schweinepreise dagegen sind spürbar gefallen, Milch wurde erheblich günstiger – und währenddessen sind Eier plötzlich wieder ziemlich gefragt, mit Preisen im Aufschwung. Schwieriges Gleichgewicht, ganz offensichtlich.

Die Preise für landwirtschaftliche Produkte zeigten im November 2025 einen deutlichen Rückgang, getrieben vor allem von geringeren Einnahmen bei pflanzlichen Erzeugnissen und einem Preisdruck auf tierische Produkte. Kartoffeln, Obst (vor allem Äpfel) sowie Getreide verzeichneten drastische Preisabschläge, während vereinzelt Segmente wie Wein, einige Gemüsesorten und Eier zulegten. Die Entwicklung deutet auf anhaltende Unsicherheiten in der Landwirtschaft hin, etwa durch schwankende Ernten, Strukturveränderungen im Tierbereich und der globalen Marktlage.

Zusätzliche Recherche zeigt: Die aktuelle Marktsituation bleibt angespannt, da viele EU-Länder mit ähnlichen Preisrückgängen zu kämpfen haben und Branchenverbände teilweise vor dauerhaften Strukturproblemen warnen (https://www.faz.net). Diskutiert wird zunehmend auch die Rolle des Handels und die Debatte um faire Erzeugerpreise zwischen Landwirtschaft und Supermärkten (https://www.zeit.de). Währenddessen stellen sich zahlreiche Betriebe auf noch volatilere Preise und die Notwendigkeit, sich resilienter aufzustellen, ein (https://www.sueddeutsche.de).

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