Ganz ehrlich: Ich vermute stark, die Nachwuchsorganisation der AfD wird kaum einen moderateren Kurs einschlagen als die Mutterpartei. Dobrindt, selbst oft für deutliche Worte gut, ließ in einem Interview mit der Mediengruppe Bayern jedenfalls keinerlei Zweifel daran. Er sieht die AfD generell als extremistisch und seine Hoffnung, dass gerade die Jugend hier gegensteuern könnte, sei praktisch nicht vorhanden – null, sagt er nahezu achselzuckend.
Interessant ist, dass trotz massivem Polizeiaufgebot beim Gründungsmeeting in Gießen kein direkter Vergleich mit den Strassenkämpfen der 1930er Jahre aufkommt. Laut Dobrindt hat sich das Ganze verschoben: Polarisierung laufe heute schneller, im Netz, emotional aufgeladen, beeinflusse mehr Menschen und gewinne rasanter an Reichweite – seine Worte klingen dabei fast resigniert.
Wirtschaftlich warnt Dobrindt erneut: Wer jetzt zukunftsfähig sein will, sollte sich nicht mit den Rechten gemein machen. Wer jetzt glaubt, Nähe zur AfD bringe Vorteile, gefährdet, so Dobrindt, in Wahrheit die Stabilität des Landes und letztlich auch den eigenen internationalen Erfolg. Fast nebenbei erwähnt: Ein Wirtschaftsverband – Die Familienunternehmer – hat kürzlich die bisherige Anti-AfD-Haltung aufgegeben. Man kann nur ahnen, was Dobrindt dabei wirklich denkt.
CSU-Politiker Dobrindt rechnet unverblümt damit, dass die AfD-Jugend kaum weniger extrem auftreten wird als ihre Mutterpartei. Er betont, wie grundverschieden heutige Polarisierung im Vergleich zu den 1930ern abläuft – die Gefahr verlagere sich ins Digitale, wo Radikalisierung noch schneller und breiter greife. Besonders scharf kritisiert Dobrindt wirtschaftsnahe Kreise für Annäherungsversuche an die AfD, denn sie riskierten damit die internationale Reputation und den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands.
Nach weiterer Recherche wird deutlich, dass das Thema eine breite öffentliche Debatte über die Rolle rechter Parteien und Jugendorganisationen auslöst. Verschiedene Medien berichten von zunehmender Radikalisierungstendenz im AfD-Umfeld und warnen vor Verharmlosungen. Die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung ist intensiver denn je, begleitet von Appellen an die Zivilgesellschaft und eine klare Haltung gegen jede Form von Extremismus.