Benjamin Netanjahu steht wegen Korruption, Untreue und Betrug in Israel vor Gericht; trotz der laufenden Verfahren und vehementer Unschuldsbeteuerungen hat er jetzt offiziell einen Gnadenantrag gestellt. Die Bitte an Präsident Herzog kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land stark gespalten ist: Während Teile der Bevölkerung und einflussreiche Persönlichkeiten wie Donald Trump ihn unterstützen, bestehen andere – etwa Oppositionsführer Lapid – auf den rechtsstaatlichen Prinzipien, nach denen Begnadigung erst nach einem Schuldeingeständnis und politischem Rückzug möglich wäre. Neueste Medienrecherchen fügen hinzu, dass die gesellschaftliche Debatte durch aktuelle Proteste gegen Netanjahu weiter an Schärfe gewinnt, wobei auch im Ausland genau hingeschaut wird – gerade weil Israel als Demokratie unter Druck steht, ihre Unabhängigkeit und Justiz zu verteidigen. Auf taz.de wurden jüngst die gespaltenen Reaktionen auf Netanjahus Vorgehen beleuchtet, inklusive kritischer Stimmen aus der Zivilgesellschaft und Berichte über zunehmende Demonstrationen in Tel Aviv. Zeit Online und Spiegel.de berichten zudem, dass auch internationale Reaktionen – darunter Skepsis aus der EU – das Vorgehen aufmerksam begleiten, im Hintergrund schwebt die Frage: Bröckelt der Rechtsstaat, wenn politische Führungspersonen Sonderechte beanspruchen? Insgesamt zeigt sich so ein Bild von einer tiefen innenpolitischen Zerreißprobe, die weit über eine Einzelperson hinausweist.