Vier Astronautinnen und Astronauten stehen quasi auf der Rampe, bereit für ein Abenteuer, das – erinnert sei an den berühmten Kuss von Neil Armstrongs Stiefel im Mondstaub – als eines der nächsten großen Menschheitskapitel gehandelt wurde. Stattdessen müssen Wartungsarbeiten erledigt werden, denn ein Problem mit dem Heliumkreislauf, der für das Betreiben und Kühlen der Raketen essenziell ist, wurde entdeckt. Helium ist kein Zaubertrank, aber für das Funktionieren des gesamten Systems offenbar unverzichtbar. Schon der zweite Testlauf scheitere im Kennedy Space Center, wo bereits zuvor kleinere Mängel wie verstopfte Filter und schwächelnde Dichtungen behoben werden mussten.
Beim ersten Anlauf im Februar stoppte ein Wasserstoffleck den Countdown; und jetzt sieht es ganz so aus, als könnte auch das ambitionierte März-Fenster ungenutzt verstreichen. Raumfahrt bleibt ein mühsames Geschäft, das sich gern viel Zeit nimmt – nicht immer enthüllt der Sternenhimmel sein Geheimnis nach Fahrplan.
Die Artemis-2-Mission steht auf der Kippe: Wieder einmal ist eine Raketenpanne Schuld daran, dass das Abenteuer erst noch warten muss. Der neuerliche Aufschub ist nicht nur ein technischer, sondern auch ein symbolischer Rückschlag für die Hoffnung auf eine Rückkehr zum Mond in naher Zukunft. Laut übereinstimmenden Medienberichten stehen beide großen Probleme – das Heliumleck und das bereits bekannte Wasserstoffproblem – weiterhin im Raum, was bei aller Begeisterung für Raumfahrt auch Fragen nach der Belastbarkeit und Belastung solcher Großprojekte aufwirft. Neue Recherchen zeigen, dass auch die Finanzierung und Logistik unter Druck geraten: Die Nasa sieht sich wegen der häufigen Planänderungen zunehmend kritischen Rückfragen gegenüber. In den letzten Tagen haben Medien angesichts der anhaltenden Verzögerungen die Gestaltungsfähigkeit von Großprojekten im All grundsätzlich in Frage gestellt, etwa wenn es um die Zukunftsfähigkeit riesiger nationaler und internationaler Raumfahrtpläne geht.