Lehrerverband sieht Kürzungen am Elterngeld kritisch – Kinder dürfen nicht die Leidtragenden sein

In der aktuellen Diskussion über niedrigeres Elterngeld warnt der Deutsche Lehrerverband davor, dass Einsparungen nicht zulasten von Kindern gehen dürfen, und setzt sich für mehr finanzielle Mittel in den Ausbau und die Qualität von Kitas ein.

heute 14:29 Uhr | 3 mal gelesen

Eigentlich logisch, könnte man denken: Wenn beim Elterngeld Geld eingespart wird und dieses Geld direkt in die frühkindliche Bildung gesteckt wird, profitieren doch letztlich die Kinder – zumindest in der Theorie. Doch Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, hat da tiefere Bedenken und warnt im Gespräch mit der 'Rheinischen Post' vor Kürzungen, wenn das Geld nicht tatsächlich bei den Kindern landet. Was passiert, wenn einfach nur gespart wird? Die Gefahr besteht, dass Kinder tatsächlich am meisten verlieren – besonders jene, die schon am Rande stehen. Düll betont, wie zentral es ist, Sprachförderung frühzeitig zu starten, am besten schon mit dem ersten Tag in der Kita. Im Idealfall werden da direkt individuelle Sprachstände erhoben, um gezielt fördern zu können. Aber damit ist es noch nicht getan: Es braucht deutlich mehr Erzieherinnen und Erzieher, Fachkräfte, die Kinder begleiten – was derzeit fast überall ein Problem ist. Er macht deutlich: Kinder lernen vor allem im Austausch mit anderen Kindern, nicht bei ständiger Erwachsenenanleitung. Deshalb müsse die Kita für alle Kinder zugänglich sein, erklärt Düll – vor allem für die, die zuhause zu wenig Förderung erfahren. Es scheint ein Drahtseilakt zwischen Sparzwang und Bildungsanspruch.

Der Deutsche Lehrerverband sieht die Pläne der Bundesregierung zur Kürzung des Elterngeldes ausgesprochen kritisch und befürchtet, dass diese Einschnitte hauptsächlich zu Lasten der Kinder gehen könnten, sofern die eingesparten Mittel nicht unmittelbar in die Förderung der frühkindlichen Bildung und Betreuung fließen. Besonders wird die Notwendigkeit betont, Sprachförderung möglichst früh ein- und umzusetzen, um spätere Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden. Neben dem Mangel an Fachkräften wird hier auch das Problem sichtbar, dass viele Kinder nur unzureichend Zugang zu hochwertigen Betreuungsangeboten haben. Aktuell berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass die Bundesregierung unter massiven Druck gerät, da immer mehr Verbände und Elterninitiativen Alarm schlagen: Sie fordern eine gesicherte und nachhaltige Finanzierung der frühkindlichen Förderung und kritisieren das geplante Elterngeld-Aus für Besserverdienende als „Symbolpolitik“ ohne echten Effekt für die Kinderbetreuung (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut Zeit Online wächst unterdessen der Fachkräftemangel weiter, vor allem im Kita-Bereich, was dazu führt, dass vielerorts die Qualitätsstandards gesenkt werden müssten – und die Kinder dadurch auf der Strecke bleiben (Quelle: Zeit Online). Die Rheinische Post hebt hervor, dass laut neuesten Umfragen eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung größere Investitionen in Kitas und Ganztagsangebote fordert, auch wenn dies höhere Ausgaben für den Staat bedeuten würde (Quelle: Rheinische Post).

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