Der Handel in New York schloss am Montag mit einem Plus, der Dow Jones kletterte auf 49.590 Zähler – eine Steigerung von 0,2 Prozent im Tagesvergleich. Auch beim S&P 500 waren zur Schlussglocke zarte 0,2 Prozent mehr auf dem Ticker, während der Nasdaq 100 0,1 Prozent zulegen konnte. Unter der Oberfläche brodeln jedoch ganz andere Themen: US-Präsident Trump trägt seinen andauernden Schlagabtausch mit Fed-Chef Powell ausgerechnet jetzt wieder an die Öffentlichkeit – gerade, als viele an den Märkten dachten, dieser Konflikt sei vorüber. Zu allem Überfluss wurde ein strafrechtliches Verfahren gegen den Zentralbankchef angeschoben, worauf Powell wiederum öffentlich reagierte. Das alles beunruhigt den Markt: Denn wer am längeren Hebel sitzt, Politik oder Notenbank, ist keineswegs klar – was wiederum die Frage nach der Berechenbarkeit kommender Zinsschritte aufwirft. Die Anleger, so scheint es, versuchen sich abzusichern: Verkäufe von Aktien und Staatsanleihen nehmen zu. Steigende Zinsen spiegeln die Sorge wider, Washington könnte die Notenbank letztlich doch zu weniger restriktiver Geldpolitik drängen. Währenddessen hält sich die Inflation zäh über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Noch kurz zum Drumherum: Der Euro erstarkte am Abend auf 1,1665 Dollar, für einen Dollar gab es 0,8573 Euro. Gold legte kräftig zu – um fast zwei Prozent, eine Feinunze schoss auf 4.596 Dollar. Und auch der Ölpreis bewegte sich aufwärts: Für Nordsee-Brent wurden zu später Stunde 63,91 Dollar gezahlt.
Nach einem uneinheitlichen Start konnte sich die Wall Street am Montag mit kleinen Gewinnen stabilisieren. Aber der politische Streit zwischen dem US-Präsidenten und der US-Notenbank wirft einen Schatten – es bleibt offen, ob die Geldpolitik künftig noch unabhängig von Washington agieren kann. Aktuelle Berichte aus renommierten Wirtschaftsmagazinen und Nachrichtenportalen zeigen zudem, dass die Unsicherheit an den Märkten durch die politische Einflussnahme auf Zentralbanken weltweit wächst, wobei insbesondere die Inflation und die damit verbundenen Zinserwartungen im Fokus stehen. Verschärfte Erwartungen in Bezug auf die Inflation und eine mögliche Lockerung der Geldpolitik in den USA könnten in den kommenden Wochen die Marktvolatilität erhöhen. Gleichzeitig zeigen Stimmen aus US-amerikanischen und europäischen Titeln, dass Anleger zunehmend nach Absicherungen suchen und in sichere Häfen wie Gold oder den Euro umschichten, da die wirtschaftlichen Folgen der Unsicherheiten schwer kalkulierbar erscheinen.