Weg frei für neuen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt: Koalition stellt Weichen

Sachsen-Anhalt steht vor einem Wechsel an der Landesregierungsspitze: CDU, SPD und FDP ebnen gemeinsam den Weg zum neuen Ministerpräsidenten.

12.01.26 21:20 Uhr | 5 mal gelesen

Was gestern nur Spekulation war, ist heute Gewissheit: Die Spitzen der Koalitionsparteien CDU, SPD und FDP in Sachsen-Anhalt haben etwa zeitgleich grünes Licht für einen Wechsel an der Regierungsspitze gegeben. Sven Schulze, der aktuelle Chef der CDU im Land und zugleich Wirtschaftsminister, soll – vermutlich noch vor der Wahl im Herbst – das Amt von Reiner Haseloff übernehmen. Die Details werden nicht allein in Hinterzimmern ausgeklügelt; sowohl der Landesvorstand der CDU als auch ihre Landtagsfraktion winkten Schulzes Kandidatur am Montag durch, ebenso machten SPD und FDP – zumindest in ihren Spitzengremien – kurzen Prozess: einstimmige Beschlüsse, keine Paukenschläge. Haseloff, der seit 2011 Ministerpräsident ist und das Amt länger bekleidet als jeder andere Regierungschef in Deutschland, hatte seinen Rücktritt kürzlich davon abhängig gemacht, dass die Koalition bestehen bleibt und an den Koalitionsvertrag nicht gerührt wird. Kleine Ironie am Rande: Vor gut einem Jahr hatte Haseloff genau diesen Schritt für 2026 angekündigt und ausgerechnet Schulze als seinen Favoriten benannt. Nun macht die Landespolitik einen schnelleren Haken an den Generationenwechsel, als manche erwartet hatten.

Der geplante Führungswechsel in Sachsen-Anhalt ist mehr als nur ein Personaltausch: Die Entscheidung von CDU, SPD und FDP, den Stabwechsel von Reiner Haseloff zu Sven Schulze zu unterstützen, wurde innerhalb weniger Stunden in allen Gremien der Koalitionsparteien beschlossen. Sven Schulze, der mit wirtschaftspolitischem Profil und bisher ruhiger Hand als Minister agierte, gilt nicht nur als Mann der Kontinuität, sondern auch als jemand, der Akzente bei Digitalisierung und Strukturwandel setzen will – spannend, ob ihm (und der Koalition insgesamt) trotz des vorgezogenen Wechsels ein klarer Neustart gelingt. Aktuelle Medienberichte heben hervor, dass Haseloffs Bedingung – die Weiterführung des Koalitionsvertrags – nicht nur das politische Kalkül, sondern auch den Wunsch nach Stabilität im Land unterstreicht; trotzdem sorgen Weichenstellungen vor einer Wahl traditionell für Debatten über gewachsene Machtverhältnisse und das Gleichgewicht im Landesparlament. Ergänzend recherchiert: Nach Informationen von Zeit-Online und FAZ geht der Wechsel offenbar auch auf den Druck innerhalb der CDU zurück, sich verjüngen und für künftige Herausforderungen wie Klimaschutz, Wirtschaftsförderung und gesellschaftliche Spaltung neu aufstellen zu müssen.

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