Wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte, äußerte Merz, dass die Durchsetzung eines israelischen Angriffs auf katarschem Boden eine inakzeptable Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit des Golfstaats darstelle. Merz betonte, die Gefahr eines Flächenbrandes im Nahen Osten wachse mit derartigen Aktionen, weshalb sich der Konflikt nicht weiter in die gesamte Region ausbreiten dürfe. Ebenso lobte er die Vermittlerrolle Katars hinsichtlich eines möglichen Waffenstillstands im Gazastreifen sowie der Bemühungen um die Freilassung der von der Hamas entführten Geiseln. Zudem stehe Berlin weiterhin in engem Austausch mit Israel. Die israelischen Streitkräfte und der Inlandsgeheimdienst hatten am Dienstag in Doha gezielte Operationen gegen die oberste Hamas-Führung ausgeführt. Nach Angaben der israelischen Armee seien die Zielpersonen maßgeblich für die Aktivitäten der Organisation und die Angriffe vom 7. Oktober mitverantwortlich. Katar verurteilte den Angriff entschieden.
Merz betonte im Telefonat mit dem Emir von Katar die Unzulässigkeit des israelischen Militäreinsatzes auf katarischem Territorium. Er äußerte große Sorge über eine mögliche Ausweitung des Konflikts in der Region und bekräftigte die enge Abstimmung mit Israel zu diesem Thema, während er die Rolle Katars bei der Suche nach einer Waffenruhe und Freilassung von Geiseln hervorhob. Internationale Reaktionen sehen in dem Vorfall ein Risiko für den Dialog zwischen Katar und Israel, außerdem wächst der Druck auf Vermittlerstaaten wie Katar, ihre Bemühungen zu intensivieren und weitere Eskalationen zu verhindern, während Berichte aufzeigen, dass neben den politischen Spannungen auch die humanitäre Lage im Gazastreifen weiter angespannt bleibt.