Was zunächst fast nach statistischer Fußnote klingt, ist – betrachtet man die Umstände in deutschen Kliniken – tatsächlich bemerkenswert. Über 60.000 Meldungen von möglichen Gewebespenderinnen und -spendern gingen 2025 aus inzwischen mehr als 320 Einrichtungen ein. Über 12.000 Gespräche wurden mit den Hinterbliebenen geführt, 4.585-mal hieß es am Ende: Ja, wir spenden. Die Zustimmungsquote verharrte bei knapp 38 Prozent, nach wie vor ein knapper Wert. Dennoch scheint der Gedanke der Gewebespende Wurzeln zu schlagen: Immer mehr Krankenhäuser melden potenzielle Spenderinnen und Spender (Martin Börgel von der DGFG kommentiert das mit ehrlicher Dankbarkeit). Besonders häufig werden Augenhornhäute entnommen. Allein 6.370 Transplantate konnten im vergangenen Jahr Patientinnen und Patienten ihr Augenlicht erhalten oder zurückgeben – und doch bleibt der Bedarf groß. Noch schwieriger ist es bei Herzklappen: Trotz eines Anstiegs um 18,3 Prozent konnten nicht einmal die Hälfte der Anfragen bedient werden. Das verdeutlicht die Dringlichkeit, neue Spendeprogramme gezielt nach dem Versterben durch Herz-Kreislauf-Versagen auszubauen – damit sich das Blatt wendet. Innovation macht Hoffnung: Die Jubiläumszahl zum LaMEK-Transplantat zeigt, wie vorpräparierte Lamellen bei DMEK-Eingriffen sowohl Patienten als auch Chirurgen entlasten. Trotzdem wissen viele Angehörige noch viel zu wenig über Möglichkeiten und Regularien der Gewebespende. Klärende Gespräche zu Lebzeiten können im Ernstfall eine große Last nehmen. Hier verspricht die Anbindung der Gewebespende an das Organspenderegister weitere Erleichterung: Bald sollen auch Gewebespendeeinrichtungen auf die dortigen Eintragungen zugreifen können. Bis dahin bleibt Aufklärung eine Gemeinschaftsaufgabe – und der Dank an jene, die trotz aller Zweifel und Unwägbarkeiten spenden, bleibt sowieso unschätzbar.
Im Jahr 2025 verzeichnete die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation einen nie dagewesenen Anstieg an Gewebespenden. Besonders auffällig ist der Zuwachs bei Augenhornhauttransplantationen sowie die nach wie vor bestehende Unterversorgung bei Herzklappen – trotz allem mehrt sich der Bedarf. Der geplante Zugriff der Gewebespendeeinrichtungen auf das Organspenderegister soll künftig Angehörige entlasten und Entscheidungen erleichtern. Deutschlandweit ist die Bereitschaft zur Gewebespende noch ausbaufähig, trotzdem wächst die Beteiligung aus Kliniken beständig. Laut aktueller Berichterstattung (u.a. in Der Spiegel, Zeit Online und FAZ) werden Spendenprogramme und deren gesellschaftliche Akzeptanz immer wieder diskutiert – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des anhaltenden Mangels an Spenderorganen und -geweben. Viele aktuelle Artikel thematisieren Unsicherheiten der Angehörigen im Ernstfall und den hohen Aufklärungsbedarf, oft gekoppelt an Verbesserungsvorschläge für die gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Der Ausbau digitaler Tools wie das Organspenderegister wird als Richtungswechsel gesehen, dennoch bleibt besonders bei der Sensibilisierung älterer Menschen und Angehöriger viel zu tun.