Selenskyj sieht Friedensvertrag fast abgeschlossen

Wolodymyr Selenskyj schildert in seiner Ansprache zum Jahreswechsel, dass die Weichen für einen Friedensschluss mit Russland fast gestellt seien – zehn Prozent, so sagt er, stehen jedoch noch aus.

heute 09:20 Uhr | 22 mal gelesen

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat in seiner Neujahrsansprache durchblicken lassen, dass der Friedensvertrag zur Beilegung des Krieges zu großen Teilen ausgearbeitet ist. Laut seinen Worten hängen die entscheidenden zehn Prozent allerdings noch in der Schwebe – und genau darin liege das Schicksal nicht nur der Ukraine, sondern ganz Europas. Er machte dabei unmissverständlich klar, dass eine Kapitulation oder Preisgabe zentraler Landesteile für ihn keine Option sei: "Frieden ja, aber nicht um jeden Preis." Besonders der Donbas bleibt ein Streitpunkt, die Forderungen Russlands nach dessen vollständiger Kontrolle stoßen weiterhin auf massiven Widerstand in Kiew. Bei all der Hoffnung bedankte sich Selenskyj für die internationale Unterstützung – gleichzeitig griff er das Thema Sicherheit auf: Man brauche langfristige Garantien, wobei die USA für 15 Jahre eine solche Option ins Spiel gebracht hätten. Wie konkret und zügig diese jedoch erfolgen könnten, steht nach wie vor im Nebel.

Selenskyjs Aussagen zur Fertigstellung des Friedensvertrags kommen in einer Zeit, in der die Fronten im Osten der Ukraine weiterhin verhärtet sind und russische Streitkräfte offenbar versuchen, strategisch wichtige Städte unter Kontrolle zu bringen. Trotz diplomatischer Bemühungen bleibt die Unsicherheit groß, gerade weil Russland auf seiner Maximalforderung für den Donbas beharrt. Die USA haben jüngst ihre Bereitschaft bekräftigt, der Ukraine auch langfristig beizustehen, wobei Details zu den Sicherheitsgarantien – etwa zur NATO-Mitgliedschaft oder zum Umfang der militärischen Unterstützung – weiterhin vage bleiben. Neue Informationen aus internationalen Medien zeichnen ein Bild wachsender Skepsis: Während auf der einen Seite offizielle Verhandlungsfortschritte betont werden, berichten zahlreiche Quellen davon, dass auf beiden Seiten kaum echte Kompromissbereitschaft herrscht – es dominiert Misstrauen. Darüber hinaus drängen auch andere europäische Nationen darauf, die Ukraine nicht zu isolieren und eine gemeinsame europäische Sicherheitsarchitektur zu schaffen. Die Angst vor einem eingefrorenen Konflikt oder einer Ausweitung bleibt präsent, gerade weil Russland mit Angriffen gegen die kritische Infrastruktur immer wieder Druck auf die Zivilbevölkerung und die politische Führung ausübt.

Schlagwort aus diesem Artikel