Starcar macht dicht: Abschied nach Jahrzehnten auf Deutschlands Straßen

Der Hamburger Autovermieter Starcar stellt den Betrieb endgültig ein. Laut eigenen Angaben auf der Homepage wird am 31. Dezember endgültig Schluss sein.

26.12.25 18:00 Uhr | 167 mal gelesen

Ab dem 1. Januar 2026 ist es offiziell: Das laufende Insolvenzverfahren von Starcar geht in die nächste Phase und das Kapitel Autovermietung ist Geschichte. Auf der Startseite des Unternehmens liest sich das Ganze fast wie ein Abschiedsbrief – angetönt mit Dank und etwas Wehmut: Man danke allen Kundinnen und Kunden für ihre Treue und erinnert an die vielen Erlebnisse, die an Steuer und auf Rücksitzen geteilt wurden. Angesichts von deutschlandweit rund 100 Filialen und etwa 600 betroffenen Angestellten wirkt das Ende überraschend abrupt. Noch zuletzt hieß es, Starcar habe sogar ein Umsatzplus verzeichnet (so berichtete etwa die 'Kölnische Rundschau'). Doch trotz Zuwächsen reichte das offenbar nicht, um sich aus dem Strudel der Verschuldung zu befreien – ganz zu schweigen von der erfolglosen Investorenjagd. Nun bleibt den Mitarbeitenden nur noch ein Abschied, während in der Branche vermutlich weitere Umbrüche bevorstehen. Seltsam, dass so ein langjähriger Player so schnell von der Bildfläche verschwindet.

Starcar, 1987 in Hamburg gegründet, galt lange als feste Größe im deutschen Mietwagengeschäft mit zahlreichen Filialen bundesweit. Im Spätherbst dann die Wende: Trotz zwischenzeitlich guter Umsätze sah sich das Traditionsunternehmen mit einem Berg Schulden konfrontiert, den kein Investor mehr übernehmen wollte. Die Insolvenz trifft über 600 Mitarbeitende, die nun um ihre Jobs fürchten müssen – und wirft Fragen auf, wie robust die Branche tatsächlich ist. Die letzten Recherchen zeigen, dass der deutsche Fahrzeugvermietungsmarkt auch von anderen Firmen vor neue Herausforderungen gestellt wird: Digitalisierung, gestiegene Kosten etwa durch Inflation und den Wandel hin zur E-Mobilität zwingen Unternehmen zu schnellem Handeln. In Hamburg, früher eine Starcar-Hochburg, diskutiert man bereits, wie die Lücke künftig gefüllt werden soll. Aktuelle Berichte aus Wirtschaftsmagazinen und Lokalmedien zeichnen das Bild, dass Insolvenzen im Mobilitätssektor kein Einzelfall bleiben dürften. Starcar reiht sich ein in Unternehmen, denen der Spagat zwischen Wachstum, technischen Investitionen und Finanzierung misslingt. Für Kunden könnte das mittelfristig bedeuten: weniger Auswahl, dafür teurere Preise.

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