Im Dunkel der Nacht, während die Straßen von Caracas wie eingefroren scheinen, ertönt aus dem Fernsehsender VTV die Stimme von Delcy Rodriguez. Die Vizepräsidentin, sonst eher für salbungsvolle Reden bekannt, bleibt nüchtern: 'Unser Land wurde Ziel eines Angriffs der Vereinigten Staaten.' Es ist eine jener Nachrichten, bei denen sich der Puls verdächtig beschleunigt, weil man ahnt – oder vielleicht nur hofft? – dass es vielleicht nicht ganz so schlimm ist, wie es klingt. Doch Rodriguez setzt noch einen drauf: Niemand weiß, wo Präsident Maduro oder First Lady Flores sind. Kein Twitter-Lebenszeichen, kein Foto, nichts. Da springt einer der wenigen Antennen-Kanäle noch an – sie fordert die Bevölkerung auf, auf die Straße zu gehen. Ehrlich gesagt hat das, bei aller politischen Gravität, fast etwas Surreales – als wolle jemand den Ausnahmezustand mit einem Fingerschnippen heraufbeschwören. Ob die Menschen folgen werden? Schwer zu sagen. Die Unsicherheit wirkt ansteckend. Aber eines ist klar: Das hier ist kein normales Wochenende in Venezuela.
Venezuelas politische Führung sieht sich inmitten heftiger Spannungen: Vizepräsidentin Rodriguez spricht von einem US-Angriff und dem Verschwinden des Präsidenten. Ihre Forderung nach einem Beweis für das Wohl des venezolanischen Staatsoberhauptes befeuert Spekulationen über Machtverhältnisse und die mögliche Rolle ausländischer Akteure. Auch andere Quellen berichten in den letzten 48 Stunden über die Eskalation – die Situation bleibt völlig undurchsichtig. Neuere internationale Berichte zeichnen ein Bild wachsender Unruhe und Unsicherheit; so meldet die süddeutsche Zeitung, die Opposition warne vor einer weiteren Verschiebung der ohnehin fragilen Machtbalance durch ausländisches Eingreifen, während taz und Zeit.de sich auf die sozialen Spannungen und die Gefahr der Eskalation konzentrieren. Selbst die internationale Gemeinschaft debattiert, wie mit diesen neuen Vorwürfen umzugehen sei, und es finden rasche Beratungen im UN-Sicherheitsrat statt.