Verdi-Gewerkschaft macht Druck in Tarifrunde des öffentlichen Dienstes

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, setzt die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen der Länder unter Zugzwang – und schließt gravierende Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus.

heute 08:13 Uhr | 30 mal gelesen

Frank Werneke, das Gesicht von Verdi in diesen Tagen, hat seinen Standpunkt im Gespräch mit der 'Bild' recht unmissverständlich klargemacht: Die Arbeitgeber müssen bei der nächsten Verhandlungsrunde im Januar ein vernünftiges, die Realität abbildendes Angebot auf den Tisch legen. Sonst – da bleibt kaum Raum für Interpretationen – droht die dritte Verhandlungsrunde im Februar eher eine Sackgasse zu werden als ein Durchbruch. Die Androhung von Streiks steht wie ein Damoklesschwert über den Gesprächen. Werneke erinnert anschaulich an die jüngsten Aktionen, beispielsweise vor Weihnachten in Berlin oder an der Uniklinik in Frankfurt, um zu betonen, dass Verdi keine leeren Drohungen ausspricht. Er stellt aber offen, wie stark die Arbeitsniederlegungen dieses Mal ausfallen werden – das hinge ganz von der Kompromissbereitschaft der Gegenseite ab. Die Hauptforderung: Für etwa 2,2 Millionen Landesbedienstete sollen die Gehälter um sieben Prozent steigen, mindestens aber 300 Euro mehr pro Monat. Hessen macht wie üblich sein eigenes Ding und mischt in diesen Tarifrunden nicht mit. Werneke betont außerdem, dass es um mehr als einen bloßen Ausgleich der Inflation geht: Die Beschäftigten erwarten eine spürbare Verbesserung ihrer Kaufkraft, so seine Argumentation. Nicht zuletzt seien viele Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt, weil das Gehaltsniveau einfach nicht attraktiv genug sei.

Verdi fordert in den aktuellen Tarifverhandlungen mit den Ländern eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro, um die Attraktivität des öffentlichen Dienstes zu steigern und den Kaufkraftverlust auszugleichen. Frank Werneke setzt die Arbeitgeber massiv unter Druck und macht deutlich, dass ohne ein ernstzunehmendes Angebot in der zweiten Runde im Januar eine Einigung kaum möglich scheint. Streiks bleiben ein realistisches Druckmittel: Bereits Ende 2023 sorgten Arbeitsniederlegungen in Berlin und an der Uniklinik Frankfurt für Aufmerksamkeit. Recherche-Update: Laut aktueller Berichterstattung ist die Gewerkschaftsführung weiterhin darin bestärkt, die Forderungen der Beschäftigten nachhaltig zu vertreten, auch weil die Personallücke im öffentlichen Dienst laut neuesten Untersuchungen weiter wächst – Schätzungen zufolge fehlen bundesweit etwa 360.000 Mitarbeiter, Tendenz steigend. In anderen Meldungen wird berichtet, dass zahlreiche Bundesländer die finanziellen Spielräume für höhere Gehälter infrage stellen, was ein zähes Ringen um Kompromisse erwarten lässt. Manche Experten betonen zudem, dass die Tarifverhandlungen dieses Jahr besonders angespannt verlaufen, da parallel zu den steigenden Staatsausgaben auch die Unzufriedenheit der Beschäftigten angesichts hoher Lebenshaltungskosten wächst.

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