Bund kauft sich bei Tennet ein – Milliardendeal abgeschlossen

Jetzt ist es offiziell: Die Bundesregierung steigt mit rund 7,6 Milliarden Euro beim Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland ein. Nach langwierigen Gesprächen sind die Weichen für eine engere staatliche Kontrolle des Stromnetzes gestellt.

heute 13:02 Uhr | 3 mal gelesen

Nach zähem Ringen hat die Bundesregierung wohl einen der größten Stromnetz-Deals der letzten Jahre klargemacht. Wie aus einer intern als "VS" (Verschlusssache) gekennzeichneten Vorlage des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, soll die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) per Zweckgesellschaft eine kräftige Beteiligung von 25,1 Prozent an Tennet Deutschland übernehmen. Keine Kleinigkeit: Die Gesamtsumme beläuft sich auf etwa 7,6 Milliarden Euro, wovon 5,76 Milliarden allein in den Erwerb und die Kapitalerhöhung fließen, der verbleibende Anteil dient der finanziellen Absicherung der KfW. Ursprünglich war das Geld zwar bereits vorgesehen, stand jedoch noch unter Sperre. Nun, so heißt es fast schnörkellos im Dokument, sei der 'Sperrgrund entfallen' – Verhandlungen erfolgreich beendet. Warum das Ganze? Der Bund will insbesondere sicherstellen, dass für den kostspieligen Netzausbau und die Modernisierung genug Kapital bei Tennet landet. Aber mehr noch: Es geht auch darum, durch den staatlichen Einfluss kritische Infrastruktur besser zu schützen – immerhin sind die Stromtrassen das Rückgrat der Energiewende. Perfekte Übergänge gibt es manchmal nicht, schon klar, aber in diesem Fall ist das Signal ziemlich deutlich: Der Staat will beim Netzausbau selbst mitmischen, statt nur zuzusehen.

Der deutsche Staat vollzieht den Einstieg bei Tennet Deutschland und wird für etwa 7,6 Milliarden Euro über eine KfW-Zweckgesellschaft 25,1 Prozent übernehmen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die Modernisierung und den Ausbau des Übertragungsnetzes gezielter anzukurbeln, sowie das Unternehmen finanziell zu stärken und die Kontrolle über kritische Infrastruktur zu sichern. Eng verbunden mit der Energiewende, betont die Regierung, dass private Akteure allein den nötigen Investitionsbedarf nicht decken könnten. Durch die staatliche Beteiligung will man sowohl neue Finanzierungsperspektiven für Tennet öffnen als auch aktiv darauf achten, dass die Energienetze in sicheren Händen bleiben. Recherchen aktueller Presseberichte heben zudem hervor, dass dieser Schritt politisch umstritten ist: Während einige Beobachter den gestärkten Einfluss begrüßen, warnen andere davor, dass der Staat damit auch größere finanzielle Risiken übernimmt – und die Energiewende ohnehin schon eine immense Herausforderung für Verwaltung und Planung bedeutet. Die Bundesnetzagentur hat jüngst nochmals den dringenden Bedarf an Netzmodernisierungen betont, insbesondere um mehr Wind- und Solarstrom integrieren zu können. Gleichzeitig wird in mehreren Kommentaren angemerkt, dass der Einstieg gerade angesichts internationaler Investoren ein strategisch geschickter Schachzug sein könnte.

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