Dänische Arktis-Strategie: Bundeswehr als Schlüsselpartner in Grönland

Generalmajor Sören Andersen, oberster Befehlshaber des dänischen Arktiskommandos in Grönland, betont im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland die wachsende Bedeutung Deutschlands – und damit auch der Bundeswehr – für die NATO-Verteidigung der eisigen Insel.

17.01.26 23:22 Uhr | 3 mal gelesen

Dass Deutschlands militärische Fähigkeiten nördlich des Polarkreises geschätzt werden, ist keine neue Entwicklung – aber General Andersen bringt es ziemlich direkt auf den Punkt. Er erzählt, wie die Zusammenarbeit deutscher und dänischer Truppen seit Jahren funktioniert, sei es im Irak oder durch die Einbindung der Bundeswehr in NATO-Missionen. Nicht unbedingt als Speerspitze, sondern eher durch unterstützende Elemente, etwa in der Aufklärung und auf See. Klar ist: Die eigentliche Sorge richtet sich gen Osten – Russland steht, mit seinem Verhalten in der Ukraine, als gefürchteter Joker im Raum. Andersen warnt, dass sich Moskaus Aufmerksamkeit nach dem Krieg, wie lange auch immer das noch dauert, womöglich Richtung Arktis verlagern könnte. Bislang aber blieb es rund um Grönland auffällig ruhig: Keine russischen oder chinesischen Kriegsschiffe weit und breit. Die großen geopolitischen Ränkespiele vollziehen sich eher weiter westlich, Richtung Alaska oder entlang der Beringstraße. Trotzdem mahnt Andersen, den Schutz der nördlichen NATO-Flanke auszubauen. Und bei all den Allianzen bleibt Grönlands Kooperation mit den USA nicht minder wichtig: Die Amerikaner betreiben die Pituffik Space Base im hohen Norden, und laut Andersen ist das tägliche Zusammenarbeit – wortwörtlich Schulter an Schulter. Was er zu einer möglichen US-Annexion Grönlands sagt? Schweigen. Und ganz nebenbei, fast wie ein Schmunzeln am Rande, schwört der General auf die altbewährten Hundeschlitten als grönländische Erfolgstechnologie. Überraschend traditionell eigentlich – in dieser so hochgerüsteten Region.

Im Kern geht es für das Dänische Arktiskommando darum, Grönland als strategische Bastion im hohen Norden zu stärken – vor allem angesichts von Russlands aggressivem Kurs in der Ukraine. Deutschland wird, vor allem im Bereich Aufklärung und Marine, als fester Bestandteil der Verteidigungsstrategie gesehen; die Erfahrungen gemeinsamer Missionen, beispielsweise im Irak, stärken das gegenseitige Vertrauen. Zwar ist die konkrete Präsenz russischer oder chinesischer Militärschiffe um Grönland bislang nicht erkennbar, doch die dänische Militärführung bleibt wachsam, insbesondere, falls Russland seine außenpolitischen Ambitionen nach einem Kriegsende neu ausrichtet. Die Verteidigung der Arktis ist auch innerhalb der NATO ein zunehmend diskutiertes Thema: Während die USA mit ihrer Basis auf Grönland stark präsent sind, bieten sie den Dänen logistische und sicherheitspolitische Rückendeckung. Außerdem geraten die ökologischen Herausforderungen (Schmelzen der Eisdecke, neue Seewege, Rohstoffinteressen) immer stärker in den Fokus westlicher Militärstrategen. Zusätzlich zeigen Berichte der FAZ und von Zeit Online, dass auch andere europäische Staaten, darunter Norwegen und Kanada, ihre Truppenpräsenz und Infrastruktur im hohen Norden ausbauen. Die aktuelle Lage wird im Lichte verschärfter geopolitischer Rivalitäten auch für zivile Daten- und Kommunikationssicherheit neu bewertet. Weitere aktuelle Details: Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung hebt hervor, dass europäische Arktisstrategien verstärkt auf Nachhaltigkeit und indigene Interessen eingehen (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Die taz diskutiert die zunehmende Rolle von Naturressourcen in der Region sowie Chinas wirtschaftliche Aktivitäten in der Arktis (Quelle: [taz](https://taz.de)). Laut DW (Deutsche Welle) bereiten sich die Streitkräfte auf umfassendere multinationale Manöver im Polarraum vor (Quelle: [DW](https://www.dw.com)).

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