Im Kern fordert die Junge Union, dass Friedrich Merz seine Möglichkeiten als Kanzler nutzt, um wesentliche Änderungen im Sozialstaat auch bei SPD-Gegenwind durchzusetzen. Während es um die Einschränkung sozialer Leistungen geht, verweist Winkel insbesondere auf den Abstand zwischen Bürgergeld- und Arbeitseinkommen als Hauptproblem für die Akzeptanz der Sozialdemokratie bei Arbeitern. Über die jüngste Debatte hinaus ist festzuhalten, dass die Forderung nach Arbeitsanreizen und Reformen im Sozialsystem aktuell parteiübergreifend, aber mit unterschiedlichen Akzentuierungen diskutiert wird: Nach aktuellen Medienberichten thematisiert beispielsweise die CDU verstärkt das Bürgergeld im Europawahlkampf, während die SPD hingegen auf den sozialen Ausgleich pocht. Ökonomisch betrachtet bleibt Deutschland europäischer Spitzenreiter in den Sozialausgaben, die Lautstärke der Reformdebatte nimmt angesichts angespannter Haushaltslage weiter zu – etwa durch die Forderung nach schnelleren Kürzungen von Bürgergeldleistungen oder strengeren Sanktionen bei wiederholter Arbeitsverweigerung. Gleichzeitig werden angesichts des demografischen Wandels Stimmen laut, die eine grundlegende Modernisierung sozialstaatlicher Leistungen fordern, um Arbeitsmarktintegration zu stärken.
05.09.25 23:22 Uhr