Olaf Lies fordert flexibilisierte Altersgrenzen – Beitragsjahre statt Lebensalter für den Ruhestand?

Der niedersächsische Regierungschef Olaf Lies (SPD) bringt neuen Schwung in die Debatte um die Rentenreform: Er plädiert dafür, künftig die Beitragsjahre und nicht das Geburtsdatum als Maßstab für den Renteneintritt zu nehmen.

26.12.25 11:48 Uhr | 75 mal gelesen

Olaf Lies stellte unlängst in einem Interview infrage, ob das bisherige System mit einem starren Renteneintrittsalter noch zeitgemäß sei. "Macht das Alter, das im Ausweis steht, wirklich den Unterschied? Oder sollte nicht mehr zählen, wie lang man schon ins System eingezahlt hat?" sinniert er. Er warnt vor einer Einordnung nach Berufen: Pflegekräfte, Erzieherinnen, Dachdecker – belastende Jobs gibt es viele; jede Schublade hinkt. Ein flexibles Modell, an den Beitragsjahren orientiert, wäre seiner Meinung nach gerechter und würde individuelle Lebensrealitäten besser abbilden. Seinen Appell richtet Lies ausdrücklich an die Regierungsparteien: Bloß nicht im eigenen Parteisilo verharren, sondern gemeinsam etwas aushandeln – ohne das übliche parteipolitische Tauziehen. Gerade die SPD müsse deutlich machen, dass auch für jüngere Leute die Rente kein Glücksspiel sein dürfe. Zugleich fordert er: Das deutsche Rentensystem muss einerseits verlässliche staatliche Sicherung bieten, andererseits Privatvorsorge ermöglichen. Die Union stehe auf der Pflichtseite: Wer von einem starken Gemeinwesen profitiert, solle nach neuen Wegen der Finanzierung gefragt werden. Die Diskussion ist eröffnet – auch wenn Lies damit sicherlich nicht nur Freunde in Berlin gewinnen wird.

Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen, fordert eine grundlegende Reform bei der Altersrente. Statt wie bisher das kalendarische Lebensalter als Kriterium für den Renteneintritt zu nehmen, schlägt er vor, die Rentengrenze an die Zahl der geleisteten Beitragsjahre zu knüpfen. Insbesondere Berufe mit hoher körperlicher und psychischer Belastung sollen durch dieses Modell nicht mehr benachteiligt werden, da eine Unterscheidung nach Berufsfeldern oft nur zu neuer Ungleichheit führe. Weiterhin betont Lies, dass nur eine überparteiliche Anstrengung zu einer echten sozialpolitischen Lösung führen könne – dabei müssten nicht nur SPD und Union Verhandlungsbereitschaft zeigen, sondern der Blick müsse auf ein zukunftssicheres und generationengerechtes Rentensystem gerichtet werden. Interessant ist zudem die aktuelle öffentliche Diskussion: Die Ampel-Koalition debattiert zurzeit heftig über die "Generationengerechtigkeit" beim Thema Rente und den Ausgleich zwischen Beitragszahlern, Wirtschaftsinteressen und Sozialstaat. Neuere Berichte, etwa beim Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Süddeutschen Zeitung, verdeutlichen den politischen Druck durch die alternde Gesellschaft und eine wachsende Zahl von Erwerbstätigen, die sich um eine verlässliche Altersvorsorge sorgen – auch wegen der globalen Unsicherheiten etwa durch demografische Folgen der Pandemie oder geopolitische Spannungen. Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat kürzlich ebenfalls ein Modell ins Spiel gebracht, in dem Beitragsjahre eine größere Rolle spielen – eine Entwicklung synchron zu Lies’ Vorstoß, die auf deutlich positive Reaktionen bei Gewerkschaften und Sozialverbänden traf.

Schlagwort aus diesem Artikel