Wie die deutsche Regierung mitteilte, standen bei dem vertraulichen Vieraugengespräch die bilateralen Beziehungen beider Länder im Fokus. Darüber hinaus wurden internationale Sicherheitsfragen, insbesondere der fortgesetzte Beistand für die Ukraine, besprochen. Insidern zufolge kamen auch aktuelle Drohnenzwischenfälle nahe der polnischen Grenze sowie Polens Forderungen nach Reparationszahlungen Deutschlands aus dem Zweiten Weltkrieg zur Sprache. Eine gemeinsame Pressekonferenz war nach dem Treffen nicht vorgesehen. Am Vormittag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Nawrocki bereits zu einem Austausch empfangen. Nawrocki bekräftigte vor seinem Berlin-Besuch in einem Interview mit der „Bild“, das Reparationsanliegen weiter auf die deutsche Tagesordnung zu setzen. Er widersprach der deutschen Regierung, dass diese Frage rechtlich abgeschlossen sei, hob die politisch-moralische Dimension der Diskussion und das Interesse beider Staaten an einer Lösung hervor. Im Raum steht Polens Forderung nach 1,3 Billionen Euro, die laut Nawrocki das Ergebnis intensiver wissenschaftlicher Analysen sei. Nawrocki, der seit August polnischer Präsident ist, setzte sich parteilos für die PiS-Partei durch, erhielt Wahlkampfunterstützung von Donald Trump und reiste für Gespräche ins Weiße Haus.
Die Gespräche zwischen Bundeskanzler Merz und Präsident Nawrocki verdeutlichen die angespannte Atmosphäre zwischen Berlin und Warschau, wobei Themen wie die militärische Unterstützung der Ukraine und die jüngsten Sicherheitsvorfälle an der polnischen Grenze im Vordergrund standen. Die Frage der deutschen Reparationszahlungen bleibt ein kontroverses Thema: Während die Bundesregierung die Angelegenheit als rechtlich abgeschlossen betrachtet, pocht die polnische Seite auf eine Summe von 1,3 Billionen Euro. Zugleich signalisierten beide Seiten ein Interesse an weiteren Dialogen, um die polnisch-deutschen Beziehungen zu stärken und gemeinsam an aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa zu arbeiten.
Ergänzende Recherchen zeigen, dass nach dem Treffen insbesondere in polnischen und deutschen Medien die Reparationsdebatte und Sicherheitsfragen als Knackpunkte benannt werden. Verschiedene Medien berichten von wachsendem politischem Druck auf die Bundesregierung, das Thema Reparationsforderungen transparenter zu behandeln. Zudem verdienen die engen Abstimmungen zur Ukraine-Hilfe und zur gemeinsamen Reaktion auf russische Aktivitäten internationale Aufmerksamkeit.