SPD: Wiese erklärt Bas' Rückzug von Kanzlerambitionen

Dirk Wiese, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, äußert Verständnis für die Entscheidung von SPD-Vorsitzender Bärbel Bas, sich nicht als Kanzlerkandidatin zu bewerben.

heute 07:17 Uhr | 3 mal gelesen

„Das ist kein Mangel an Ehrgeiz, sondern eher eine Frage der Gewichtung“, meint Wiese laut einem Bericht des Magazins Politico. Bärbel Bas wolle sich vor allem ihrer aktuellen Rolle als Bundesarbeitsministerin und diversen Reformvorhaben widmen, die vorrangig bis ins Jahr 2026 reichen würden. "Da steht noch einiges an“, betonte Wiese. Interessant am Rande: Eigene Pläne für eine Kanzlerkandidatur schließt Wiese nicht völlig aus. In der Politik solle man niemals nie sagen, aber, so Wiese schmunzelnd, er habe „noch nicht am Kanzlerzaun des Kollegen aus dem Sauerland gerüttelt“. Klare Kante auch beim Timing: Die Sozialdemokraten wolle zwar den nächsten Kanzler stellen, das aber erst im Jahr 2029. "Über Personal reden alle gerne, aber wir haben jetzt erstmal Regieren auf dem Zettel." Besonders hervorhob Wiese noch, dass die Reform des Bürgergelds Fahrt aufnehmen solle. "Wir wollen zeitnah im Bundestag die notwendigen Änderungen anstoßen", betonte er, inklusive klarer Unterstützung für Rückkehrer in den Arbeitsmarkt – und Sanktionierung bei expliziter Arbeitsverweigerung.

Bärbel Bas, erfahrene und engagierte SPD-Chefin, hat sich bewusst entschieden, nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten. Dirk Wiese stellt klar, dass dahinter kein Mangel an Ambition steckt, sondern eine konzentrierte Ausrichtung auf ihre Arbeit als Bundesarbeitsministerin und die anstehenden Reformprojekte, etwa im Bereich Bürgergeld und Arbeitsmarkt. Wiese selbst hält sich Zukunftsoptionen offen, betont aber die Stärken des Teams – und mahnt zu Gelassenheit bei Personaldebatten; im politischen Berlin wird ohnehin viel heißer gekocht als gegessen. Laut einer aktuellen Stellungnahme aus der SPD-Führung sei die Bürgergeld-Debatte wichtiger denn je, da die Arbeitsmarktrealität und die sozialstaatlichen Erwartungen wieder stärker im Fokus stehen. Inzwischen äußern sich auch Stimmen aus der Parteibasis, die den Pragmatismus von Bas loben und ihre Entscheidung als „wahrhaftigen Führungsstil“ interpretieren. Was dabei fast untergeht: In bewegten Zeiten ist politische Zurückhaltung manchmal mutiger als forsches Vorpreschen.

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