Die Debatte um unzureichenden Schutz kritischer Infrastruktur ist nach dem Brandanschlag in Berlin neu entfacht: Konstantin von Notz – selbst lange mit Nachrichtendiensten befasst – sieht die Bundesregierung im Verzug und unter Zugzwang. Besonders die schleppende Umsetzung zweier EU-Richtlinien bleibt ein Kernproblem, da immer wieder auf Bundes- und Länderebene Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben werden und so effektiver Bevölkerungsschutz stagniert. Verstärkte Cyber-Attacken und reale Angriffe auf Energieversorgung oder Kommunikationsnetze erhöhen den Druck, aber politische Impulse für eine robuste Gesamtstrategie bleiben laut mehreren Medienberichten weiter aus. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland damit eher mittelmäßig ab – auch Nachbarländer wie Frankreich oder Niederlande haben bereits umfassendere Schutzsysteme installiert. Von Notz fordert einen Mentalitätswandel: Es reicht nicht, nur Fehler einzuräumen. Notwendig sei eine stetige Investition in Resilienz – finanziell, personell und technologisch. Laut Süddeutscher Zeitung zögern Ministerien, verbindliche Standards zu verabschieden, um Bürokratie zu vermeiden, doch Experten warnen: Die Kosten im Krisenfall wären ungleich höher als jede Prävention.
06.01.26 16:13 Uhr